Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199938
Maler. 
werden wir unten nachweisen, dass wahrscheinlich schon 01.88, 3 ein Bild von 
ihm in Athen vorhanden war. In dieselbe Zeit mag aber auch das Zusammen- 
52 treffen des Agatharch mit Alkibiatles zu setzen sein. Dieser war beim 'l'ode 
seines Vormundes Perikles (Ol. 87, 4) etwa zwanzig Jahre alt; und in die nächste 
Zeit fallen ohne Zweifel seine tollsten Jugendstreiche, also auch wohl die Ge- 
schichte mit Agatharch. Demnach lassen sich die drei verschiedenen Angaben 
sehr wohl auf eine und dieselbe Person beziehen, und wir setzen die Thätigs 
keit des Agatharch etwa zwischen Ol. 80 und 90. 
YVerke des Agatharch werden sonst nicht angeführt. Sehr begreiflich ist 
es, dass die Bühnen- und Zimmermalerei ihn zu perspectivischen Studien auf- 
forderte und anregte; und es ist um so weniger Anstoss daran zu nehmen. wenn 
er in dieser verhältnissmässig frühen Zeit auch theoretisch in einer Schrift über 
Skenographie handelte, da unmittelbar nach ihm (ex eo moniti) Demokrit und 
Anaxagoras dieser Kunst eine weitere wissenschaftliche Begründung gaben, wie 
Vitruv ausdrücklich berichtet. Freilich musste ihn diese Malerei auch wieder 
zu einem flüchtigen Arbeiten verlüliren, dessen er sich sogar rühmte: denn sein 
Zweck, illusorischer Effekt für die Ferne, konnte dabei sehr wohl erreicht wer- 
den. „So stellt sich", um mit den Worten Müllers (S. 150) fortzufahren, ,.init 
Agatharch der älteren Schule des Polygnot, welche in der Composition gelehrt 
und gedankenreich und in der Zeichnung höchst sorgfältig, aber im Farben- 
gebrauch äusserst schlicht und einfach und auf Täuschung der Augen wenig 
bedacht war, eine Schule entgegen, die, von ganz andern Principien ausgehend, 
die Augen der Menge durch den optischen Schein des Körperlichen und YVirk- 
liehen zu fesseln wusste. Das Urtheil des Publikums im Ganzen war diesen 
Alles; sie waren, wie die neueren Musiker Athens, eifrige Diener der Theatro- 
kratie, der Demokratie in der Kunst, über deren verderbliche Wirkungen Platon 
so bittere Klagen führt: aber wenn sie auch in vielen Stücken von der Strenge 
der Kunst nachliessen, und daher die Skenographie oft als eine Malerei für die 
Ungebildeten dargestellt wird, so wurden doch auch wieder wesentliche Theile 
der Malerei durch sie ausgebildet, und die höhere Stufe, welche Zeuxis und 
zuletzt Apelles erstiegen, wesentlich vorbereitet." 
Die 
Maler 
im 
übrigen 
(äriechenland. 
Indem wir die noch übrigen Künstler dieser Periode nach ihrer Heimath 
anordnen, müssen wir zuerst wieder nach Thasos, dem Vaterlande des Polygnot, 
und zwar zu dessen Familie zurückkehren. 
Aristophon war der Bruder des Polygnot, scheint aber einer durchaus 
verschiedenen Kunstrichtung; gefolgt zu sein, weshalb ich ihn absichtlich nicht 
mit diesem im Zusammenhange betrachtet habe. Dass er" der jüngere war, folgt 
aus unserer bei der Erörterung über seinen Vater Aglaophon ausgesprochenen 
Vermuthung, wonach er noch für Alkibiatles, also bis gegen das Ende der acht- 
ziger Olympiaden, thätig war. Plinius, der ihn unter den Künstlern zweiten 
Ranges (primis proximi) anführt, erwähnt zwei Werke von ihm (35, 138). Das 
eine stellte dar den Ankaeos vorn Eber verwundet und von Astypale, oder rich- 
tiger Astypalaea, betrauert. Wie Jahn (Ber. d. sächs. Ges. 1848, S. 127) be-
        

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