Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1204038
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Vasenmaler. 
suchtes, was sich mit der urkräftigen und fast gewaltsam vorwärts strebenden 
Entwickelung der Kunst zur Zeit des Polygnot und Phidias schwer vereinigen 
lässt. Wenn ferner die Paläographie der Künstlerinschriften auf der einen Seite 
keineswegs so alterthümlich ist, dass sie (etwa mit alleiniger Ausnahme der 
Frangoisvase) uns viel hinter Ol. 80 zurück-, auf der andern Seite nicht ent- 
wickelt genug, dass sie, sofern wir nicht conventionelle Nachahmung annehmen, 
uns viel über Ol. 90 hinauszugehen erlaubte, so wird dadurch die Fabrikation 
nicht nur der Vasen mit Künstlernamen, sondern der Hauptmasse aller in 
654 Etrurien gefundenen, in einen so kurzen Zeitraum zusammengedrängt, dass wir 
dadurch nur wieder neuen, schwer zu lösenden Schwierigkeiten entgegengehen. 
Endlich findet dabei die Erscheinung, von welcher wir ausgegangen sind, das 
Imperfectum, in keiner Weise eine Erklärung. 
Die Consequenzen dieser ganzen Erörterung scheinen mir einfach und klar, 
sind aber so umfassender und durchgreifender Natur, dass ich es vorziehe, sie 
jetzt noch nicht auszusprechen. Sie bedürfen der Unterstützung durch That- 
sachen, von denen einzelne bereits vorliegen, andere noch eine Begründung 
durch weitere Beobachtungen und Untersuchungen nöthig haben, welche aus- 
zuführen die Grenzen meiner jetzigen Aufgabe weit überschreiten würde. Unter- 
dessen mag das Aufstellen des Problems die Kundigen zu selbständigem Nach- 
denken anregen. Vielleicht geschieht es dann, dass, was im Augenblick als 
ein gewaltsames, nur zum Widerspruch reizendes Auskunftsmittel erscheinen 
würde, später als eine einfache und naturgemässe Lösung ohne Bedenken und 
allgemein anerkannt werden wird. 
Alphabetisches Verzeichniss. 
Aeneades. 
Schale aus Vulci stammend, einst bei Durand (n. 1002), jetzt im berliner Mu- 
seum (N. 1663), nur mit schwarz gemalten Palmetten an den Henkeln verziert; 
zwischen ihnen befindet sich auf der einen Seite die Inschrift AINEAAESEAPA 
(qmev); auf der andern XLEOIE SOISNON, Worin de Witte (p. 389) die Ele- 
mente einer Künstlerinschrift XLEON EPOIESEN erkennen möchte. 
Aesimos oder Alsimos s. Lasimos.  
Alides s. Euergides. 
Amasis. 
Die Vasen mit seinem Namen, abgesehen von einer, sofern sie ihm überhaupt 
beizulegen ist, sind mit schwarzen Figuren geziert und zeigen in ihrer ganzen 
Durchführung den sorgfältigsten und saubersten Archaismus fast bis zum Ueber- 
rnaass.  1) Vulcentische Amphora, früher bei Durand (n. 33), jetzt im Besitz 
des Herzogs von Luynes: Athene, AOENAIA, gerüstet mit Aegis, Helm und 
655 Speer, steht mit erhobener Linken Poseidon, FOSEIAON, gegenüber, der in 
langem Untergewande mit darüber geworfenem Mantel, und mit lang herab- 
wallendem Bart- und Haupthaar, weiter durch den Dreizack charakterisirt ist; 
zwischen beiden Figuren senkrecht herunter AZIIASIS MEFOIESEN  ß. Der 
bärtige, langbekleidete Dionysos, AION VSOS, mit dem Kantharos in der Rechten 
und mit erhobener Linken steht zwei Mänaden gegenüber, die im Tanzschritt
        

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