Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1204017
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Vasenmaler. 
Panphaeos und Phanphaeos abgewiesen werden, indem, abgesehen von der Ueber- 
einstimmung des Styls, die letztere Schreibart jetzt noch zweimal und zwar ein- 
mal in Verbindung mit dem Aorist bekannt geworden ist.  Nicht vollkommen 
sicher ist das lmperfectum auf Vasen des Andokides und Nikosthenes, indem 
allerdings zugegeben werden muss, dass EPOIE, was bei ihnen vorkömmt, sich 
als Abkürzung von ärroirjasv betrachten lässt. Da es indessen eben so wohl 
das Imperfectum bedeuten kann, so ist weiter zu bemerken, dass sich bei beiden 
Künstlern dieselbe Vermischung der Stylarten zeigt, wie bei Panphaeos. Alle 
651 diese Künstler haben also das mit einander gemein, dass sie nicht in einem 
originalen Style arbeiteten, wie er sich in naturgemässer Entwickelung heraus 
bildet, sondern dass sie die verschiedenen Stylarten nachahmten, die 
in verschiedenen Zeiten vor ihnen gebräuchlich gewesen waren. 
Etwas anders verhält es sich mit dem Imperfectum äygacpe. Wir begegnen 
hier zunächst drei Vasen des Assteas und einer des Python, welche, aus Unter- 
italien stammend, sämmtlich dem entwickeltsten und jüngsten Style der Vasen- 
malerei angehören. Ob dieser Python mit dem gleichnamigen Künstler einer 
vulcentischen im strengen Styl der rothen Figuren ausgeführten Schale iden- 
tisch ist, kann allerdings zweifelhaft erscheinen. Doch verdient es immerhin 
Beachtung, dass auf der letztern Python mit Epiktetos verbunden ist, der so- 
wohl für Nikosthenes, als für Hischylos arbeitete; aus dessen Fabrik auch eine 
Vase des Pheidippos, gleichfalls mit dem lmperfectum äyoaqvs stammt. Die 
Fabrik des Hischylos gehört aber zu denen, aus welchen Gefässe sowohl mit 
rothen als mit schwarzen Figuren und ausserdem von beiden Farben zugleich 
hervorgegangen sind.  Der vierte Name mit äygarpa ist der des Euthymides, 
den man zuerst in der Inschrift eines Fragmentes aus Adria herstellte, dann 
aber auch auf einer Hydria aus Nola neben dem Imperfectum fand. Auch hier 
wieder mit Jahn (n. 790) zwei gleichnamige Künstler zu scheiden, weil auf zwei 
vulcentischen Gefässen mit dem Aorist Euthymides 6 FUÄLOU, des Polios Sohn 
genannt wird, während dieser Zusatz auf der nolanischen Vase fehlt (auf der 
von Adria ist der Name am Ende fragmentirt), scheint mir wiederum kein hin- 
länglicher Grund vorzuliegen, da wenigstens im Styl der Zeichnung kein irgend 
bedeutender Unterschied bemerklich ist. Dass dieser Styl kein originaler, son- 
dern ein angenommener, wie in den oben betrachteten Beispielen sei, lässt sich 
allerdings nicht durch äussere Gründe beweisen, da ich eine Vase, durch welche 
er wegen der Erwähnung des Tlenpolemos mit der Sippschaft des Hischylos in 
Verbindung gesetzt werden könnte, ihm nur vermuthungsweise beigelegt habe. 
Doch werden wir wenigstens die Möglichkeit nicht ableugnen können, wenn 
wir seine Werke mit manchen der obgenannten Künstler vergleichen.  End- 
652 lich ist Aristophanes übrig, der Maler einer Schale aus Vulci: da neben seinem 
Namen der des Erginos mit gngpggv (so) verbunden ist, so möchte Jahn (n. 789) 
auch hier das Imperfectum äygaqis als ein Versehen (etwa für äygarpae) besei- 
tigen, was möglich, aber keineswegs nothwendig, ja nicht einmal wahrschein- 
lich ist. Denn in Hinsicht auf Paläographie ist es befremdlich, auf der von 
ihm gemalten Schale regelmässig s für 17 zu finden, während doch co für das 
lange o angewendet wird, was den Gesetzen der guten Zeit entgegen ist. In 
Hinsicht auf Styl aber unterscheidet sich diese Vase wesentlich von den ge-
        

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