Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203957
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Vasenmaler. 
aber mehr unter Berücksichtigung epigraphischer als archäologischer Gesichts- 
punkte bereits in dem betreffenden Abschnitte des Gorpus inscr. gr. (n. 8123 sqq.) 
mir vorlag. 
Freilich müssen wir uns eingestehen, dass die aus diesen Zusammen- 
stellungen gewonnenen Resultate den für die Begründung einer Geschichte 
gehegten Erwartungen nicht entsprochen haben und wohl auch der Natur der 
Sache nach nicht entsprechen konnten. Denn um nur einige Schwierigkeiten 
hervorzuheben, so finden sich auf der bei Weitem grössten Zahl gerade der be- 
deutendsten Vasen keine Künstlernamen; WO sie sich aber finden, haben wir 
es keineswegs mit den vorzüglichsten zu thun, sondern häufig scheint nicht 
sowohl der Bilderschmuck, als die besondere Art der Fabrikation: Leichtig- 
keit des Thons, Werth des Firnisses u. a. den Anlass zur Hinzufügung der 
Namen gegeben zu haben. Diese Namen selbst aber stehen, abgesehen von 
Wenigen Ausnahmen, durchaus in keiner Verbindung unter einander. Versuchen 
wir eine solche herzustellen, so zeigt sich bald, dass dies am wenigsten bei 
einer Beschränkung auf die Vasen mit Künstlernamen möglich ist: fast jede 
643 einzelne Frage führt uns sofort wieder auf das Gesammtgebiet der Vasenkunde; 
die Fragen der Paläographie, der historischen Entwickelung des Styls, die Frage 
nach der Herkunft und Verbreitung der Vasen lassen sich nur im grössern Zu- 
sammenhange behandeln. Ueberall bieten die Künstlerinschriften nur einzelne 
Thatsachen und Beiträge zur Lösung, deren Werth sich erst dann genauer be- 
stimmen lassen wird, wenn auch von anderen Seiten festere Resultate gewonnen 
sind, als es bis jetzt meiner Meinung nach der Fall ist.  
Die Aufgabe der vorliegenden Arbeit, der eine Behandlung des gesammten 
Gebietes der Vasenkunde fern liegen muss, wird dadurch in ziemlich enge 
Grenzen eingeschränkt: sie kann nur vorbereitender Art sein und ihr bei Weitem 
wichtigster Theil besteht in der Sammlung des Materials, in dem Verzeichniss 
der Künstler und der Beschreibung ihrer Werke. Eine systematische Behand- 
lung dieses Stoffes aber wird hier kaum in weiterem Umfange möglich sein, 
als sie bereits von O. Jahn in der Einleitung zu dem münchener Vasencataloge 
(S. CV ff.) versucht worden ist. Es handelt sich dabei zunächst darum, ge- 
wisse Erscheinungen zu classificiren und auf die übereinstimmenden Züge, so 
wie auf die Unterschiede innerhalb derselben hinzuweisen, indem sich auf diesem 
Wege eine Reihe von Thatsachen feststellen lässt, die theils an sich schon ein 
Licht auf die Geschichte der Vasenrnalerei werfen, theils für eine spätere Aus- 
führung derselben von Bedeutung werden können. 
Ich beginne, wie Jahn, mit einer tabellarischen Uebersicht, welche unsere 
Aufmerksamkeit auf drei Hauptgesichtspunkte lenkt. Zuerst scheiden sich die 
Namen in zwei Klassen, je nachdem sie mit änotryaev (änolst) oder äygagbsv 
(äyqoccpsv) verbunden sind. Eine zweite wichtige Unterscheidung ist die nach 
der Stylart der Malereien im Allgemeinen, also ob die Figuren schwarz auf 
gelbem oder rothem Grunde (s) oder roth auf schwarzem Grunde (n) gezeichnet 
sind. Drittens endlich ist von Wichtigkeit die Angabe der Orte, an denen die 
Werke der einzelnen Künstler gefunden sind.
        

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