Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203902
und 
Wirkliche 
angebliche 
Steinschneider 
Gemmeninschriften. 
433 
in ähnlicher Verbindung noch nicht nachgewiesen.  Wo finden wir ferner das 
Brautpaar durch die heilige Binde zusarnmengekettet und an dieser Binde ge- 
führt; wo ferner die mythische Schwinge in Hochzeitsbildern? Diese Schwinge 
aber ganz ohne Andeutung des Phallus? Auch in künstlerischer Beziehung kann 
die zwischen zwei parallelen Linien sich bewegende Composition auf einem 
ovalen Raume Bedenken erwecken. Auf fast alle diese Schwierigkeiten ist be- 
reits von Jahn (arch. Beiträge S. 178) hingedeutet worden; und es ist deshalb 
vielleicht weniger kühn und gewagt, als es zuerst scheinen mag, wenn ich zu- 
gleich im Hinblick auf die oben angeregten Zweifel über die Inschrift das Ganze 4 
für eine Arbeit des sechszehnten Jahrhunderts zu halten geneigt bin. Gerade 
damals hat der Mythus des Amor und der Psyche die bedeutendsten Künstler, 
wie Raphael und Giulio Romano, vielfältig beschäftigt; und wenn der Annahme 
nichts entgegensteht, dass von einem solchen unter Benutzung antiker Motive 
die Composition des Camee entworfen sei, so dürfte dadurch ihr sonstiges künst- 
lerisches Verdienst nach Gebühr gewürdigt erscheinen. 
Eine Wiederholung in vertieftem Schnitt, in der Sammlung zu Neapel (mit 
der Inschrift    (DQNOCI?) ist nach Visconti eine Copie des ArundePschen 
Steines: Op. var. II, p. 192; Clarac p. 220. 
Nach obiger Darlegung wird der Name des Tryphon auch auf den folgen- 
den Steinen für modern zu halten sein: Amor auf dem Löwen, im Felde TPY- 
(IJQN in der an untergeschobenen Arbeiten so reichen niederländischen Samm- 
lung: de Jonge Notice p. 148, n. 16; Raspe 6686. Ebendaselbst: Diomedes und 
Aeneas im iKampfe von Apollo getrennt. Der unten stehende Name TPYIDQN 
schien schon de Jonge p. 151, n. 12 ein moderner Zusatz.  Eine grosse Trium- 
phalprocession mit der Inschrift TPVOQNEFOIBI erwähnt Baspe 15544 unter 
meistentheils modernen Steinen. 
Ythilos. 
YOIAOY. stehender Mars oder Krieger mit dem Speer in der Rechten: [Ama- 
duzzi Saggi di Gorton. IX, p. 153]. Anstatt die falsche Form des Namens, wie 
im C. I. 7197 geschieht, in "Iäzilov verbessern zu wollen, müssen wir es vor- 
ziehen, mit Bracci (II, p. 285) den angeblichen Steinschneider Ythilos in die 
Classe der gefälschten und verdächtigen Künstlernamen zu verweisen. 
Zeno. 
ZI-INQJNOCQ Kopf des Serapis mit dem Modius, auf einem Nicolo der Beug- 
nofschen Sammlung: de Witte Cat. Beugn. p. 135, n. 405; G. I. 7191. Dass 
der angebliche Künstlername um die Darstellung herumläuft (autour on lit), 
zeigt, dass wir vielmehr an den Besitzer zu denken haben. 
Brunn, 
Geschichte der griechischen Künstler.
        

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