Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203863
angebliche 
und 
Wirkliche 
Steinschneider in 
Gemmeninschriften. 
429 
gerade über Welcher der Stein gebrochen ist: Gori Mus. flor. II, t. 97; Vettori 
Diss. glyptogn; Bracci I, t. 8; Winck. Descr. II, 959; Raspe 7406, pl. 44-; Cades I, 
J, 16; G. I. 7203. Köhler (S. 176) und Stephani (Angebl. Steinschn. S. 226) 
sprechen ausführlich über die Arbeit sowohl als die Inschrift. Aber wenn ich 631 
auch gegen ihre Beweisführungen die mannigfachsten Einwendungen erheben 
könnte, so verzichte ich darauf, da ich aus einem andern Grunde zu demselben 
Ergebniss gelange, die Inschrift für untergeschoben zu erklären. Dieser Grund 
liegt in ihrer Fassung. Dass AABEA nicht Nominativ sein könne, bemerkte- 
schon Letronne Ann. dell" Inst. XVII, p. 267. Aber selbst wenn es Nominativ 
wäre, liesse sich ein römisches Pranomen nicht ohne ein Nomen mit dem 
griechischen Cognomen verbinden. Eben so wenig aber kann der Sohn eines 
Alexas einfach Quintus genannt werden. Es ist dies durchaus gegen die strengen 
und consequenten Gesetze der römischen Namengebung, die, tausendfach be- 
währt, nicht durch ein oder zwei vereinzelte Gemmeninschriften umgestossen 
werden können, bei denen die Möglichkeit des Betruges von vorn herein zu- 
gegeben werden muss. Denn was für Quintus, das gilt natürlich auch für den 
andern angeblichen Sohn des Alexas, Aulos. Sein Name AVAOO AAEEA" 
EFOIEI findet sich auf einer Glaspaste mit der Darstellung des Neptun und 
der Amymone, früher in der Barberinfschen Sammlung, jetzt im britischen 
Museum: Visconti PCI. III, zu t. 41; Op. var. II, p. 120; G. I. 7167; Pulszky in  
Gerh. Arch. Anz. 1856, S. 272. Wenn daher auch Pulszky die Paste für „un- 
zweifelhaft antik" hält, und wenn ausserdem auf derselben E) und nicht E 
(worin Köhler S. 171 einen Grund zur Verdächtigung sah) sich finden sollte, so 
kann ich doch dadurch dem obigen Bedenken gegenüber die Echtheit nicht als 
erwiesen betrachten. 
Rhegio, falsche Lesart für Gnaeos, Abth. II. 
Ruf u s. 
Carneol; Kopf des Ptolemaeos VIII., darüber ein Adler; Raspe n. 9823. Die In- 
schrift POYÜOY ist nach Köhler S. 73 in grossen Buchstaben geschnitten und 
auf beide Seiten vertheilt, kann also nicht auf einen Künstler bezogen werden. 
Zwar hat man dies durch einen andern Stein beweisen zu können geglaubt: 
einen Camee, auf dem Eos schwebend mit den Rossen des Sonnengottes dar- 
gestellt und mit vertieften Buchstaben die Inschrift POYQOC GFOGI einge- 
schnitten ist: Pierres gr. d'Orleans I, t. 45. Allein Köhler S. 171 macht darauf 
aufmerksam, dass die Arbeit schon wegen des Steins, auf den sie geschnitten, 632 
eines abendländischen Onyx, nicht für antik gehalten werden könne; und diese 
Ansicht ündet in dem Styl der übrigens vorzüglich ausgeführten Darstellung 
ihre weitere Bestätigung. Es genügt hier, auf das Unantike in dem Ausdrucke 
des Kopfes, in der Anlage der Flügel, der Zügel, der Flamme an der Fackel 
hinzuweisen, um mit Köhler eine Arbeit des sechszehnten Jahrhunderts zu er- 
kennen.  G. I. 7250. 
Seleukos. 
Auf einem Carneol der früheren Picard'schen Sammlung ist ein mit Epheu leicht 
bekränzter Silenskopf gebildet; darunter liest man CBAEYK: Stosch t. 60; Gori 
Mus. flor. II, t. 9, 2; Bracci II, t. 104; Raspe 3798; C. I. 7252. Der Stein soll 
sich jetzt im Haag befinden: de Jonge Notice p. 162, n. 19. Stephani (Angebl.
        

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