Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203832
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Gemmenschueider. 
staben, namentlich des f statt C, keinen Anstoss erregen könne. Eine sichere 
Entscheidung für die Echtheit biete aber der Name selbst dar, von dessen ehe- 
maligem Vorhandensein man am Anfange des vorigen Jahrhunderts so wenig 
wissen konnte, dass ihn noch Bracci II, p. 284- für eine Erfindung der Fälscher 
halten konnte, der selbst noch in Pape's Verzeichniss fehle und erst in neuester 
Zeit (von B. Bochette) anderweitig nachgewiesen sei. Aber ist sonach die Echt- 
heit gesichert, so ist dadurch doch die Beziehung des Namens auf einen Stein- 
schneider nochkeineswegs nöthig. Vielmehr bemerkt mit Recht Stephani, dass 
„die Buchstaben offenbar in der Absicht, den Abschnitt möglichst zu füllen, in 
auffallender Weise gesperrt und eben dadurch so in die Augen fallend sind, 
dass, da die Inschrift nicht rechtläufig ist, der Annahme eines Siegelsteins mit 
dem Namen des Besitzers gar nichts im Wege steht".  Ueber B. Bochette's 
Ansichten hinsichtlich der Identität der Münzstempel- und Steinschneider, welche- 
durch diesen Stein und eine Münze bewiesen werden soll, vgl. oben S. 287. 
Plutarchos. 
Geschnittener Stein mit der Büste der Cleopatra  und der Inschrift FAOY- 
637 TAPzYO Y: Murr Bibl. glypt. p. 95; G. I. 724-1; aller Wahrscheinlichkeit nach 
eine auf falscher Lesung des Namens Protarchos beruhende Fälschung. 
H Q H 111 O Y. 
B. Bochette Lettre p. 148 zweifelt nicht an der Echtheit eines Steines mit dieser 
Inschrift und der Darstellung eines leierspielenden Achilles im Besitz des Chev. 
de Montlezun in Paris; Letronne (Ann. d. I. XVII, p. 266) erklärt Bild und Schrift. 
nach Prüfung des Steines für modern und versichert, dass auf dem Steine sich 
der unmögliche Name PQZVIHOY finde. Ganz offenbar ist, was Letronne an- 
deutet, dass wir es hier mit einer Copie des bekannten Steines mit dem Namen 
des Pamphilos zu thun haben, der, ebenso falsch wie bei Caylus (AAÄIFIAOY) 
gelesen, zu dem neuen Monstrum eines Namens den Anlass gegeben hat. 
Polykrates. 
POAYKPATI-IE EFOIEI; Mariette (Traite I, p. 421) beschreibt einen schönen 
Granat mit dieser Inschrift, der in der Arena von Nimes gefunden sein soll, im 
Mercur de France [A0üt174-3] abgebildet und kurz besprochen wurde und sich 
zu seiner Zeit im Besitze des Marquis de Gouvernet befand: „Psyche, der Amor 
ihre Neugierde vorwirft. Auf einem Cippus sitzend, scheint sie sich erheben 
zu wollen, um Gnade von ihrem Geliebten zu erflehen, den sie angstvoll ent- 
fliehen sieht. lVIit einer Hand hält sie die Lampe und den Zipfel eines Ge- 
wandes, welches ihr den ganzen Theil des untern Körpers bedeckt... Obwohl 
die Buchstaben nicht mit äusserster Regelmässigkeit gebildet sind, so lassen sie 
sich doch bei etwas sorgfältigerem Studium alle erkennen    und wenn ich da- 
rüber mein Urtheil sagen kann, so scheinen mir Inschrift und Figuren unbe- 
zweifelt antik (me paroissent incontestablement antiques)" Besonders fein soll 
die Arbeit nicht sein. In jenem Urtheil scheint aber angedeutet, das ein Streit 
über die Echtheit wenigstens möglich war, und in der That setzt Bracci II, p. 285 
den Stein unter die verdächtigen. Wenn nun aber die neuesten Untersuchungen 
über die Kunstdarstellungen des Amor und der Psyche (Jahn arch. Beiträge 
p. 196; Ber. der sächs. Gesellsch. 1851, S. 157; Conze de Psyches imaginibus 
quibusdam Berol. 1855, p. 15-17) noch keine einzige nachzuweisen vermocht
        

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