Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203791
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Gemmenschneider. 
Miron. 
Carneol, Kopf einer Muse oder weibliches Portrait mit der Inschrift MIPSUZ: 
Winck. Descr. II, 1249, der aus der Buchstabenform auf eine späte Zeit des 
Verfalls schliesst, während Tölken (Verz. d. berl. Gemmen S. 227, n. 1311) die 
Inschrift betrüglich hinzugefügt nennt; s. auch Cades II, G, 2. Die Schreibung 
des Namens mit Iota lässt uns auch in den folgenden Fällen moderne Fälschung 
erkennen: Glaspaste; Aiax, der sich auf einem Altar den Tod giebt; BIIPQN: 
Baspe 9371 (vgl. Winck. Descr. III, 298).  Garneol, Daphne von Apollo ver- 
folgt, eine Composition, die lebhaft an Bernini's Gruppe erinnert; ÄIIPQW: 
Raspe 3010; pl. 32; Gades I, E, 70.  Schreitender Löwe; MIPQNOC in der 
Blacas'schen Sammlung: Cades XV, O, 279; R. Bochette Lettre p. 14-4; Clarac 
p. 151.  Endlich ist durch einen Gadesschen Abdruck (II, G, 19) noch die 
Darstellung der nackten Büste einer Frau bekannt, welche eine bacchische Maske 
hält; die Inschrift neben ihr lautet nicht, wie R. Rochette Lettre p. 14-4- be- 
621 hauptet: MY(9oov)6'ITOI8I, sondern, wie Stephani (bei Köhler S. 285) richtig 
M 
bemerkt: EFOIBI. Die Abkürzung des Namens bis auf einen Buchstaben ist 
durchaus ohne Analogie. 
11110. 
Garneol des berliner Museums mit der sehr vertieft geschnittenen Darstellung 
eines Pferdekopfes von ausgezeichneter Schönheit; darunter auf dem Steine 
GIM, im Abdrucke MIO: Winckelm. Descr. VII, 1; Bracci II, t. 85; Gades XV, O, 1; 
G. I. 7217. Die Echtheit des Steins und der Arbeit wird gegen Köhler's Zweifel 
(S. 941) von Tölken (Verzeichniss, Vorrede S. XXXV ff.) ausführlich nachgewiesen, 
zugleich aber bemerkt, dass die Inschrift sichtlich von späterer Hand grob und 
ungeschickt beigefügt, darum jedoch noch kein moderner Betrug sei. Doch ist 
dadurch bewiesen, dass sie nicht der Anfang eines Künstlernamens sein kann. 
 Dieselben Buchstaben neben einem Adlerkopf in der Poniatowskfschen Samm- 
lung (Visconti Op. var. II, p. 383, n. 103; Cades XV, P, 1) sind wahrscheinlich 
von dem berliner Steine entlehnt.  Endlich citirt Glarac S. 148: "JTIIFI-I, JWIO, 
auf einem Carneol.   Nach dem Catalog der Bibliothek des Herrn v. Wlas- 
soft, Moskau 1819, befindet sich dieser in seinem Cabinet." 
Musikos. 
Sardonyx, Harpocrates stehend mit seinen gewöhnlichen Attributen, im Felde 
MOYCIKO V: de Jonge Notice p. 155, der den Stein als klein und unbedeutend 
anführt und daher an einen Künstlernamen nicht zu denken scheint. Also wenn 
wir auch von der Frage nach der Echtheit absehen, welche nach Clarads rich- 
tiger Bemerkung (S. 149) gerade bei den Steinen im Haag immer aufgeworfen 
werden muss, so scheint doch auch so kein hinlänglicher Grund vorhanden, 
mit R. Rochette Lettre p. 14-3 das Steinschneiderverzeichniss durch diesen Namen 
zu belasten. 
Nearkos. 
Von zwei Steinen der Pulszkylschen Sammlung giebt ihr Besitzer Nachricht in 
Gerhard's Arch. Anz. 1854-, S. 431 H1 Der eine, ein Carneol mit dem angeb- 
lichen Kopfe des Sulla, zeigt die Inschrift NEAPKOY vor demselben mit sehr 
622 zarten kaum sichtbaren kleinen Buchstaben eingegraben. „Die Inschrift ist
        

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