Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203759
4-18 
Gemmenschneider. 
nie auf diese Weise von den Griechen gebildet worden ist, am allerwenigsten 
auf einem Werke der frühern Zeit" (dem doch der Typus entlehnt sein müsste), 
für mich ein hinreichender Grund, mich Köhler's Verdammungsurtheil der ganzen 
Arbeit anzuschliessen. 
Ausser dem schon erwähnten Apollokopf sind als angebliche Werke des 
Heios noch anzuführen: Ein Sardonyx mit dem Bilde einer sterbenden Ama- 
zone, HEIoY: Baspe 5781.  Nicolo, Brustbild der Minerva mit unbedecktem 
Haupte; der Helm im Felde vor ihr, wo auch die Inschrift HEIOY sich findet; 
eine unbedeutende, namentlich an der linken Schulter gänzlich misslungene Ar- 
615 beit: Baspe 1651, t. 25; Gades I, H, 17.  Ein Stein im Besitze des Herzogs von 
Blacas: Dolon von Odysseus und Diomedes angegriffen, darunter HEIOY: Ga- 
des III, E, 61, von dem sich andere Wiederholungen ohne Namen bei Ghoiseul- 
Goufüer Voyage lI, p. 177; Millin gal. myth. 162, n. 571; und in den Impronte 
dell' Inst. VI, 41 finden. Clarac p. 122. 
Horos s. OPOY. 
KAEEIAAE. 
Sardonyx. sitzende Boma: Baspe n. 1758, pl. 26. Die auf beiden Seiten der 
Figur vertheilte Inschrift lautet in der Abbildung KA-EEYME. Die Emen- 
dation des C. I. 7208: Kgrycrtlag Würde in dem corrumpirten Texte eines griechi- 
schen Schriftstellers nahe liegen, erscheint aber hier durchaus unhaltbar. Was 
aber auch der Stein darbieten möge, so spricht die Anordnung der Inschrift 
gegen die Annahme eines Künstlernamens. 
KAIKICIANO Y APIA. 
Achatonyx: Venus an eine Säule gelehnt, mit Apfel und Scepter in den Händen: 
Winck. Descr. lI, n. 558; Tölken p. 137, n. 4182; abgebildet bei Panofka, Genimen 
mit Inschr. I, 26. Der Umstand, dass die Inschrift in grossen Buchstaben um 
das sehr unbedeutende Bild rings herum läuft, genügt, um den Gedanken an 
einen Künstlernamen abzuweisen. Ueber die Bedeutung der Inschrift handelt 
Stephani (zu Köhler S. 24-9).  G. I. 7197 b. 
KAPIIOE. 
Die Beschreibung der vielen Werke mit diesem Namen beginne ich mit einem 
Stoschischen Schwefelabdruck bei Raspe 12647: „Fragment eines Theils von 
dem rechten Beine eines Mannes; sehr grosse und sehr gut ausgeführte Arbeit 
mit der Inschrift KAPHOE." Hierzu bemerkt Stephani (bei Kühler S. 327): 
„Der Künstlername Karpos dürfte seine Entstehung diesem offenbar antiken 
Fragmente zu danken haben, auf dem freilich die erhaltenen Buchstaben nur 
das Ende, eines längern Namens bilden und schwerlich den Künstler bezeichnet 
haben." Diese Ansicht kann ich, so weit nach dem mir vorliegenden Material 
ein Urtheil erlaubt ist, nur bestätigen. Das am frühesten unter des Karpos 
Namen bekannte Werk ist ein rother Jaspis des florentiner Museums: Stosch 
pl. 22; Gori Mus. flor. II, t. 6; Bracci I, t. 46; Winckelm. II, 14-56; Müller (Wieseler) 
616 D. a. K. II, n. 575. Dargestellt ist hier ein ruhig stehender Tiger oder Panther, 
auf dem ein bärtiger Mann reitet; vor ihm sitzt quer auf dem Thiere eine weib- 
liche Gestalt in der Art, dass man von ihr hauptsächlich den Rücken sieht. Im 
untern Abschnitte die Inschrift KAPPOY. Richtig bemerkt Köhler S. 198, dass 
dem Betrachtenden nicht deutlich wird, was der Künstler eigentlich habe vor-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.