Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203660
angebliche 
und 
Wirkliche 
Steinschneid er 
Gemlneninschriften. 
auffallender Weise modern erscheint.  Einem Steinschneider Antiochus legte 
Bracci (I, t. 22) einen Frauenkopf, nach der Haartracht etwa aus Hadrian's Zeit, 
bei: Cades V, 4159. Die Grösse der Buchstaben, die Form ANTIO-AÜIC und 
die Vertheilung auf zwei Seiten des Kopfes machen die Beziehung auf die Be- 
sitzerin oder die dargestellte Person wahrscheinlicher (vgl. Köhler S. 68). Murr 
S. 48 erklärt sogar, freilich ohne Angabe bestimmter Gründe, die Inschrift für 
modern.  G. l. 7152. 
Antiphilos. 
Nur aus den nicht hinlänglich klaren Angaben des C. I. 7153 kenne ich eine 
von Chishull Itin. p. 165 herausgegebene Gemme aus der Neufvilldschen Samm- 
lung zu Leyden. Die Namen APAKQNH OEAFENOYE EIiXIKIJVIOEll TUE- 
OTHZ H AOHNA „app0sita erant opinor imaginibus in gemma expressis." W'el- 
cher Art diese Bilder waren, wird nicht gesagt, ja es lässt sich sogar zweifeln, 
0b deren überhaupt vorhanden waren. In aversa parte in qua nomen secundo 
casu positurn (ANTIIPIAOY), arcus est incurvus cum pharetra et telo. Neben 
diesen einfachen Attributen wird man schwerlich einen Künstlernamen erwarten; 
und denselben auf die etwaigen Darstellungen der andern Seite zu beziehen, liegt 
noch ferner, während uns nichts hindert, hier den Namen des Besitzers zu sehen. 
Apollodotos. 
Auf einem Carneol der vormaligen barberinischen Sammlung ist das Brustbild 
der Minerva, dem des Aspasios in der ganzen Anlage entsprechend, nur nach 
der entgegengesetzten Seite gewendet, dargestellt; davor liest man in grossen, 
derb eingeschnittenen Buchstaben AHÜJLIIÜÄOTOYZIIÜÜI Canini Iconogr. 
t. 94A; [Bellori vet. philos. poet. et or. imagm; Baudelot de Dairval de l'util. des 
voyages I, 13.311]; Gronov Thes. ant. gr. II, t. 85; Stosch t. 10: Bracci I, t. 23; 
Winck. Descr. II, 189; Lippert I, 122; Raspe 1652; Cades I, H, 5; G. I. 7158. 
Der von de la Ghausse Mus. Rom. I, 1, t. 7, ohne Inschrift publicirte, damals 
einem Engländer, Robert Harpeur, gehörige Stein ist wahrscheinlich" von dem 
barberinischen nicht verschieden, wie auch in einer spätern Ausgabe (von 1746) 
bemerkt wird. Die Inschrift unterliegt hinsichtlich ihres Alterthums keinem 
Verdacht; wohl aber ist es zweifelhaft, 0b sie mit dem Bilde gleichzeitig oder 
nicht vielmehr später, wenn auch noch im Alterthum hinzugefügt wurde, nicht 
um einen Steinschneider, sondern um den Besitzer zu bezeichnen. Denn die 
Grösse und Schwere der Buchstaben stehen nach Köhler's richtiger Bemerkung 
(S. G9) allerdings mit der Arbeit des Kopfes im Widerspruch. Nichtsdesto- 
weniger hat man den Namen des Apollodotos als den eines Künstlers zu retten 
gesucht, indem man die letzten Buchstaben der Inschrift zlIOOyÄziqaou oder 
-y7uinrov ergänzte und nun den so gewonnenen Künstler für den Besitzer er- 
klärte. Aber was berechtigt uns zu dieser Elrganzung? Mindestens eben so 
gerechtfertigt ist es, einfach Mäog zu lesen und hiermit würde dann für die 
Annahme eines Künstlernamens jede Stütze wegfallen. 
Auf einem Carneol mit dem Bilde des sterbenden Othryades (Bracci I, t. 24-; 
Raspe 7505; Cades IV, A, 13; G. I. 7157) ist die Inschrift AUOJIAOAOTOY 
nach Braccfs ausdrücklichem Zeugniss in neuerer Zeit hinzugefügt worden. 
Apollonides. 
Unter den vier berühmtesten Steinschneidern, die allein Plinius (37, 8) einer Er-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.