Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203624
und 
Wirkliche 
Stein Schneider 
angebliche 
Gemm enin Schriften  
4-05 
Descr. II, 1262; [Lippert I, 755]; Raspe 3446; Cades II, G, 24'; Köhler S. 155. 
Ob die Steinart, ein rother, trüber abendländischer Carneol nach Köhler, gegen 
das Alter der Arbeit spricht, vermag ich nicht zu beurtheilen. Der Typus der 
Darstellung stimmt ziemlich genau mit einer sicher antiken des Onesas über- 
ein, die aber weit anspruchsloser und dem antiken Kunstsinne entsprechender 
behandelt ist. Verdacht erregt ferner, dass der Stein unten und an der Seite 
mit einer gewissen Absichtlichkeit beschädigt erscheint, „entweder um ihm ein 
altes Ansehen zu geben, oder weil man mit dem Untertheile oder mit dem 
rechten Fusse, von dem das Vorhandene Wenig verspricht, nicht sehr zufrieden 
war," wie Köhler bemerkt. Endlich dienen auch die schlechten Formen der 
Buchstaben keineswegs zur Empfehlung des Ganzen. Wenn daher auch keines 
dieser Bedenken einzeln zur Entscheidung der Frage nach der Echtheit genügen 
sollte, so ist doch ihr Zusammentreffen zu einer solchen gewiss hinreichend. 
Ein Chalcedon des Lord Besborough, auf dem ein Satyr und eine Bac- 
chantin sitzt, daneben ein anderer flöteblasender Satyr und eine Herme, zur 
Seite die Inschrift AAAIQNOC, wird von Köhler S. 164 eine in neuem und 
schlechtem Geschmack erfundene und ausgeführte Arbeit genannt: Lippert 
III, 279; Raspe 5267. Wahrscheinlich identisch ist das Bacchanal mit dem Na- 
men des Allion [Natter Catal. Besbor. p. 9], welches Dubois [bei Clarac p. 28] 
eine Arbeit des Flavio Sirleti nennt, ebenso wie eine Darstellung der Ermordung 
Cäsars, der Minerva, der Venus und des Amor. Zweifelbaft ist mir, ob davon 
verschieden ist ein Stein des Museum Mead [p. 249], von dem Bracci II, p. 53 
sagt: Questo sigillo fu scolpito in acqua marina da Flavio Sirleti sopra Porigi- 
nale d'una gemma antica, opera dlAllione, con Piscrizione del suo nome AA- 
AIQNOE.  Eine andere noch mehr obscöne Darstellung, Nessus und Deia- 
nira, soll Lippert erwähnen. Doch ist über sie nichts weiter bekannt. 
Der Name AAJIYQN auf einem Garneol des Grafen Firmiani mit dem 
Bilde einer sogenannten Meervenus ist nach Braccils Zeugniss und unter Bei- 
stimmung Alfani's und der beiden Pichler ein moderner Zusatz: Bracci I, t. 12. 
 In keiner Weise beglaubigt ist die Inschrift AAAYQN neben einem römi- 
schen Kopfe bei Raspe 12165.  Der Name Allionou neben einem Triumph 
des Eros in der Fejervaryschen Sammlung ist natürlich modern: Gerhardls 
Arch. Anz. 1854, p. 4131.  Die Inschrift AAAIQNOE auf einem fragmentirten 
Ghrysolith der Demidoifschen Sammlung verräth sich durch ihre Fassung leicht 
als mit Benutzung des an erster Stelle angeführten Steins gefertigt. Dargestellt 
sind die Füsse eines I-Iermaphroditen, hinter dem ein ausgebreiteter Mantel 
herabhangt: Gades II, B, 824. 
Endlich ist hier noch von einem Amethyst, vormals in der Smetlfschen, 
jetzt in der niederländischen Sammlung, zu handeln, der von Hemsterhuis in 
einer besondern Schrift behandelt worden ist: Lettre sur une pierre antique du 
cab. de Smeth, 1762; vgl. de Jonge Notice p. 153, n. 18. Die Darstellung, eine 
Nymphe auf einem Hippokampen nebst zwei Delphinen, wird hinsichtlich ihrer 
Anordnung von Köhler S. 63 einer scharfen Kritik unterworfen, der ich bei- 
stimmen muss, indem auch mir das Ganze nach der Abbildung durchaus den 
Eindruck einer modernen Erfindung macht. Es kommt daher schliesslich wenig 
darauf an, ob die Inschrift auf dem Stein AAALQN zu lesen ist, wie Letronne
        

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