Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203595
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Gemmenschneider. 
schrift von derjenigen der Sphinx wesentlich verschieden. sowohl in den ganz 
abweichenden Formen der drei ersten Buchstaben als im Charakter des Schnittes, 
indem hier die Buchstaben an den Enden mit Punkten versehen sind. Nehmen 
wir dazu, dass durch die Inschrift der Sphinx schwerlich ein Künstler bezeichnet 
ist, so werden wir nicht anstehen, in der Inschrift des Kindes eine moderne 
Fälschung anzuerkennen. 
Ein dritter Stein, ein behelmter Krieger neben einem Pferde, mit der In- 
schrift (DAMYPOY im Abschnitt, in der Sammlung; des Prinzen von Isenburg 
(Cades IV, A, 50) wird von Dubois bei Clarac (p. 215) eine moderne Arbeit ge- 
nannt, und ebenso urtheilte Köhler, der Rega für den Verfertiger hielt: Kühler 
Ges. Schriften IV, S. 75 nach einem Referat Heyne's in den Gött. Gel. Anz. 1800. 
St. 48; Stephani Angebl. Steinschn. S. 221. 
III. 
Namen, 
welche nur durch falsche Inschriften überliefert oder nicht 
auf einen Steinschneider zu beziehen sind. 
Aepolianus. 
Bärtiger Kopf, ohne hinlänglichen Grund für Marc Aurel gehalten, darunter 
AEPOLIANI, auf einer Paste nach einem Steine im Besitze des Herzogs von 
Devonshire: Stosch t. 2; Bracci I, t. 3; Winck. Descr. IV, 267; Cades V, 509. 
Köhler will S. 184- die Echtheit des Steines sowohl als namentlich der Inschrift 
bezweifeln, worin ihm von Stephani S. 34-6 widersprochen wird. Denn hätte 
man einen Künstlernamen fälschen wollen; so würde man schwerlich lateinische 
Buchstaben und einen gänzlich unbekannten Namen gewählt haben. Eben des- 
halb aber werden wir die Inschrift mit Stephani auf den Besitzer oder auf die 
dargestellte Person zu beziehen haben. Dagegen muss ich dem Verdammungs- 
urtheil Köhlefs über einen zweiten Stein dieses angeblichen Künstlers aus der 
Sammlung de 1a" Turbie vollkommen beistimmen: Millin Pierr. gr. ined. 131.32. 
592 Denn die Bewegung des in lebhaftem Tanz dargestellten Bacchanten ist nur 
zu sehr, was Millin darin sah: ce qu'on apelle aujourd'hui une pirouette, um 
nicht für ganz modern gehalten zu werden. Dazu muss die Inschrift AIFOAI. 
(D, mag man das (D für (Dgvvixov oder (Dgovinov oder für IDHKIT erklären, 
durch ihre unstatthafte Abkürzung unsern Verdacht noch mehr bestärken, dass 
sie einfach von der lateinischen Inschrift des ersten Steines entlehnt ist. Eine 
Wiederholung des angeblichen Marc Aurel mit Aepolians Namen citirt Murr 
p. 41 aus Reiz Mus. Franciani descriptio I, p. 310, n. 1322; einen modernen 
Stein mit gleicher Aufschrift und mittelmässiger Darstellung eines römischen 
Triumphes Dubois bei Clarac p. 5.  G. I. 714-1. 
Agathemeros. 
Sein Name findet sich neben einem Kopfe des Sokrates auf einem Garneol, der 
früher in van der Marcks, dann des Herzogs von Devonshire (oder Portland's) 
Besitz, jetzt der Blacasischen Sammlung angehört: Stosch t. 4; Bracci I, t. 6; 
Worlidge t. 54-; WVinck. Descr. IV, 61; Lippert II, 31-4; Raspe 10240; Cades lV, 
B, 62; R. Rochette Lettre p. 106;  7182. Köhler sagt S. 185: "Es ist nichts 
mehr, als eine kleine unbedeutende furchtsam ausgeführte Arbeit, in die, um 
ihr ein altes Ansehen zu geben, viel mit der Demantspitze gekratzt ist. Ebenso
        

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