Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203536
Gemmenschneider. 
den Tiepololschen Stein zu finden glaubte. Der Vergleich zwischen beiden fallt 
nämlich durchaus zu Ungunsten des letztern aus. 
Die Inschrift CKYAAKO finden wir ferner auf Steinen mit der Darstellung 
eines Adlerkopfes. Der eine, ein Carneol mit dem nach links gewendeten Kopfe 
und der gegen den Hals gerichteten Inschrift: Bracci II, t. 103; Lippert II, 1051; 
Raspe 1017, pl. 20; Gades XV, P, 3, gehörte früher Lord Algernon Percy und 
soll nach Kühler sich im petersburger Museum befinden, wenn nicht etwa jenes 
Exemplar mit dem der Beverleyschen Sammlung identisch ist. Einen andern 
Carneol mit dem nach rechts gewendeten Kopfe und der gegen den Rand ge- 
richteten Inschrift giebt Cades XV, P, 2. Die Buchstaben sind hier gänzlich 
niissrathen; aber auch an den vorhergehenden Exemplaren rechtfertigt die Un- 
vollständigkeit des Namens Köhlers Zweifel (S. 188). Und derselbe Grund spricht 
gegen die Inschrift CKYAAKO neben einem Kopf des G. An(tis)tius Restio 
(Raspe 10575 [I Coll. Marlb. II, pl. 8]; vgl. die Copien Pichler's 15, 601).  
Drei andere Steine der Rogefschen Sammlung werden von Dubois bei Clarac 
p. 196 als verdächtig bezeichnet: 1) Granat, Kopfleines kahlkölvfigen Mannes: 
CKYAA; 2) Sard, stehender Mann mit einem Bogen: CKYAA; 3) Carneol, 
Satyrinaske: CKYA.  Eine scenische Maske mit der Inschrift CKYAAC finde 
ich bei Cades XII, K, 105.  Endlich erwähnt Murr (Bibl. glypt. p. 125) einen 
kleinen Sardonyx der petersburger Sammlung, einen Giganten darstellend, der 
einen Greif aus seiner Höhle zieht, auf dem sich die Inschrift EKYAAE EI" 
oder EKYAAKIOE finden soll. 
Da sonach keine dieser Inschriften durchaus zuverlässig ist, so behalten 
Köhlefs Bemerkungen über die Strozzfsche Gemme ihr volles Gewicht und die 
Annahme eines Steinschneiders Skylax erscheint daher in hohem Grade zweifelhaft. 
Sosocles. 
Dieser Name CCQCOCÄ geschrieben, findet sich vor dem Halse eines Medusen- 
hauptes auf einem Chalcedon, welcher, nachdem er sich früher im Besitz des 
Cardinals Ottoboni, dann Rondaninfs und des Grafen Garlisle befunden, jetzt der 
Blacas'schen Sammlung angehört: zuerst publicirt von Stephanoni, dann von Li- 
cetus (Ant. schem. gemm.  Canini Iconogr. t. 97; Maffei III, 69; Stosch t. 65; 
Natter Methode pl. 13; Worlidge Gems 43; Bracci II, t. 109; Winck. Descr. III, 1416; 
Lippert II, 17; Raspe 8985; Cades II, F, 65; G. I. 7263. Stosch giebt fälschlich 
die Inschrift COJCOKAE, Visconti (Op. var. II, p. 126 und 250) wollte sie in 
COJCOEN emendiren, wogegen der Stein spricht. An der Echtheit dieses 
WVerkes hat niemand bis auf Köhler gezweifelt. Er sagt S. 132: „Die Arbeit 
des Chalcedons ist neuen Ursprungs, dies folgt schon aus der Steinart, weil die 
Alten nie in unsern Chalcedon geschnitten. Uebrigens beweisen es zum Ueber- 
fluss die auffallenden Härten und der Mangel an Geschmack in den Haaren." 
Es wird demnach als möglich hingestellt, dass die Qttobonfsche Gemme viel- 
mehr einem früher Strozzfschen, jetzt ebenfalls Blacasschen Medusenhaupte 
(Gori Mus. flor. II, t. 100, 3) nachgeschnitten sei, als dass sie mit letzterem von 
einem gemeinschaftlichen Vorbilde in Marmor oder Erz abstamme. Weiter heisst 
es von der Inschrift: „Sie ist aus neuerer Zeit: 1) weil sie sprachwidrig ist und 
Sosikles, Saokles oder Sokles geschrieben sein würde, rührte der Name von 
alter Hand her; 2) weil der Name abgekürzt ist; 3) weil aus Unkunde der Be-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.