Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203528
Wirkliche 
und 
Steinschneider 
angebliche 
Gemmeninschriften. 
395 
des Pan ziemlich von vorn gebildet: Stosch t. 58; Gori Mus. flor. II, t. 9, 3; 
Bracci II, t. 101; Winck. Descr. II, 1539; Lippert I, 459; Raspe 8971; Cades 
XII, K, 145; G. I. 7258. Die Inschrift unterhalb des Bartes ward übereinstim- 
mend CKYzIAKÜC7 gegeben; nur Kühler (S. 74) liest CKYAAE, indem er be- 
merkt, dass sich vom letzten Buchstaben nur der oberste Strich erhalten habe, 
was der mir vorliegende Abdruck bestätigt. Weiter sagter: „Es ist diese Maske 
Wegen des Gedankens und wegen der äusserst geistvollen und beendigten Aus- 
führung eines der grössten Meisterstücke der alten Kunst. Die Aufschrift ist 
alt    und von ihr ist der Name Skylax, als der eines Steinschneiders auf viele 
neue Gemmen mit verfälschter Beischrift übergegangen. Auf dem Amethyste 
sind die Buchstaben nicht sorgfältig, zart und klein, sondern wie die der Be- 
sitzer, oder wie andere Worte auf so manchen Masken und bacchischen Vor- 
stellungen, deren Bedeutung schwer zu errathen ist, geschnitten. Skylax darf .381. 
daher nicht als Name eines Steinschneiders gelten, sondern vielmehr als der 
des Besitzers oder Schauspielers." Es fragt sich also zunächst, 0b die Inschrift 
auf einem der anderen Steine mit demselben Namen für echt zu halten und 
zugleich auf einen Künstler zu beziehen ist. 
Nicht zu urtheilen vermag ich über einen gelben Topas der Poniatowskf- 
schen Sammlung. „Auf diesem bedeutend grössern Steine als der Granat (des 
Gaios) ist derselbe Sirius bis auf den halben Leib vorwärts und nur wenig nach 
der rechten Seite gewandt, und mit beiden Vordertatzen gleichsam in der Luft 
schwimmend und rudernd gebildet. Im Felde steht der Name CKYAAEW 
Köhler S. 159. Da nach seiner Meinung die Alten nie in dieser Art. von Topas 
geschnitten, und ausserdem Natter [Traite p. 27] eingestehe, jenen Sirius des 
Granats copirt zu haben, so glaubt Köhler ihm den Stein mit dem Namen des 
Skylax beilegen zu dürfen. 
Ein Onyx mit der Darstellung eines flöteblasenden Satyrs und der In- 
schrift CKYAAE im Felde bei Cades II, A, 157 ist eine ganz niedliche Arbeit, 
trägt aber das Gepräge des Alterthums nicht entschieden genug, um durch ihn 
die Existenz eines Steinschneiders Skylax zu beglaubigen. An einem andern 
Satyr, in der Composition mit dem des Pergamos übereinstimmend, mit gleicher 
Inschrilt, ebenfalls auf einem Onyx bei Cades II, A, 185, ist Arbeit wie Inschrift 
sehr pointirt und gesucht zierlich. 
Ein Camee, früher dem Senator Tiepolo zu Venedig, jetzt dem Baron 
Roger zu Paris gehörig, zeigt uns Hercules als Knaben mit der Löwenhaut be- 
kleidet und die Leier spielend; Köcher, Bogen und Keule sind hinter ihm an 
einen Felsen gelehnt aufgestellt. Die Inschrift CKYAAKOC steht im untern 
Abschnitte in vertieften Buchstaben: Stosch t. 59; Bracci II, t. 102; Cades III, 
A, 274. Köhler erklärt S. 175 Arbeit sowohl als Inschrift für neu ohne Angabe 
der Gründe. Mir machte zunächst die Inschrift durch eine gewisse Unsicher- 
heit des Schnittes einen ungünstigen Eindruck. Da jedoch Köhler selbst be- 
merkte, dass ein alter Stich von Enea Vico [Ex gemm. et cam. ant. mon. ab 
Aen. Vico incisa t. 22] existire ohne den Namen, freilich aber auch mit Weg- 582 
lassung des Nebenwerkes hinter der Figur, so wagte ich kaum an dem Alter 
des Bildes zu zweifeln, bis ich in einem kleinern Camee der Beverley'schen 
Sammlung ohne jene Zuthaten das Original für den Stich sowohl, als auch tür
        

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