Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203513
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Gemmenschneider. 
seien, so hat ihm offenbar ein sehr mangelhafter Abdruck vorgelegen. Dagegen 
erwecken die mir zu Gebote stehenden vortrefflichen Exemplare einen Zweifel 
anderer Art: in denselben erscheint nämlich die Fläche des Feldes um die Inschrift 
herum mehr als der Rest geglättet, so dass dadurch der Verdacht entsteht, die 
Inschritt sei in neuerer Zeit hinzugefügt und bei dieser Gelegenheit die sie um- 
gebende Fläche neu polirt. Erweist sich dieses Bedenken bei Prüfung des Ori- 
ginals als ungegründet, so sehe ich keinen Grund zu weiterem Zweifel an der 
Echtheit.  Auf einen Sardonyx des Thorwaldsenschen Museums (Müller Mus. 
Thorw. S. 3, p. 90, n. 721), auf dem die Zwillinge des Thierkreises unter dem 
Bilde der Dioskuren, und zwischen ihnen der Kopf des Juppiter Ammon dar- 
gestellt ist, bezieht sich die Inschrift CAT OPNB IAOC, auch wenn sie echt. 
ist, sicher nicht auf einen Künstler. 
Severus. 
Smaragdplasma eines Herrn Slade: Hygiea, der Schlange die Schaale dar- 
reichend: die Inschrift F. (JGoYHPoY auf einem Schildchen (liston) in Relief; 
schöne Arbeit: Raspe 4122; C. I. 72541. 
Skopas. 
Die Steine mit dem Namen des Skopas sind sämmtlich noch zu wenig bekannt 
und untersucht, als dass sich über ihren Werth und ihre Echtheit irgend etwas 
Sicheres ausmachen liesse. Es sind folgende: 1) Kopf des Apollo Githarödus: 
CKOFA, einst im Besitz Sellarfs zu Cortona: [Arnaduzzi Saggi di Cortona IX, 
p. 155].  2) Carneol, im Besitz der Stadt Leipzig; römischer Kopf von einigen 
für Galigula, von andern für Sextus Pompeius oder Lucius Gaesar erklärt; da- 
runter EKOUAS: Lippert II, 339; Raspe 12192, pl. 55. Gades V, 322. Vis- 
conti (Op. var. II, p. 328) scheint an dem Alter der Inschrift zu zweifeln. Mir 
macht ausserdem die ganze Arbeit einen sehr modernen Eindruck wegen ihrer 
charakter- und ausdruckslosen Weichheit.  3) Carneol im Besitz des Grafen 
580 Butterlin: bärtiger Kopf; EKOFAE. Lippert [IIL 138] nennt ihn Zenon von 
Elea, Raspe 10018 unter Berufung auf die herculanische Büste Epicur.  
4) Nackte Frauengestalt neben einem Becken, in der Stellung einer sich Salben- 
den, davor EKCJIA: Caylus Rec. d'ant. VI, pl. 38, 4. Die Linien der Compo- 
sition namentlich in der Haltung der Arme haben etwas unangenehm Steifes, 
und die Arbeit ist schwerlich antik.  5) Oedipus, die Lanze in der Rechten, 
sieht die Sphinx, deren Räthsel er gelöst, sich vom Felsen herabstürzen: 
ZKOFA" EI": Baspe 8608. Steht wirklich so auf dem Steine, so muss schon 
die Abkürzung des Namens die Inschrift in hohem Grade verdächtig machen. 
Vgl. Glarac p. 195. C. I. 7257.  Blicken wir jetzt auf die ganze Reihe zurück 
und sehen, wie die Inschrift bald in runden, bald in eckigen Buchstaben, dann 
wieder bald im Nominativ, bald im Genitiv geschrieben, einmal EH hinzugefügt 
ist, so vermögen wir allerdings kein günstiges Vorurtheil zu gewinnen. Aber 
auch wenn sich einiges als echt nachweisen liesse, würde zuerst noch die Frage 
nach der Bedeutung des Namens zu lösen sein, ehe er einen Platz in dem Ver- 
zeichnisse der Steinschneider erhalten dürfte. 
Skylax. 
Auf einem oberwärts beschädigten Amethyst, welcher aus der Strozziischen 
Sammlung in den Besitz des Herzogs von Blacas übergegangen, ist eine Maske
        

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