Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203445
und 
Wirkliche 
Steinschneider in 
angebliche 
Gemmeninschriften. 
387 
Jahre vor G0ri's Erwähnung im Jahre 1727, also etwa 1677 in Andreinfs Be- 
sitz, so konnte er auch schwerlich eine Arbeit Sirletfs sein, der erst 1737 starb. 
Wie dem auch sein möge, niemand unsererGewährmänner hat den Stein oder 
auch nur den Abdruck gesehen; und so lange dies der Fall ist, scheint mir 
eben so wenig Grund zur Verurtheilung, wie zur Vertheidigung vorzuliegen. 
Ein Gamee der altern Poniatowskfschen Sammlung: Jupiter seinem Adler 
schmeichelnd, macht sich schon durch die falsche Form des Namens KPCJMOY 
verdächtig: R. Rochette Lettre p. 131; und eben so ist ein Garneol des Herzogs 
von Devonshire: Perseus mit dem Medusenhaupte und der Inschrift JCPQNIOY 
(Raspe 8850) oder XBONIOY-[Lippert III, B, 1] als modern anerkannt.  
G. I. 7207. 
Lucius (AEYKIOY). 569 
Früher im Besitz van der Marcläs, dann des Grafen Wassenaer befand sich ein 
Carneol: Victoria auf einer Biga stehend, wie sie ihre Bosse zum eiligsten 
Laufe antreibt; im untern Abschnitte AEYKIOY: Stosch t. 41; Bracci II, t. 82; 
Winck. Descr. II, 1086; Lippert I, 692; Raspe 7784-; Gades II, N, 22; C. I. 7211. 
Die, wie Köhler S. 187 bemerkt, „gefällige, mit vieler Leichtigkeit ausgeführte 
Arbeit" macht nicht den Eindruck, als dürfe man neben ihr einen Künstler- 
namen erwarten, indem sie eben nur gefällig und leicht ist und keinen An- 
spruch auf besondern Kunstwerth zu erheben scheint. Die Inschrift ist mit 
einer gesuchten Regelmässigkeit und ohne Rücksicht auf das Bild gerade in 
die Mitte des untern Abschnittes gesetzt, so dass mir auch in dieser Stellung 
eher ein Grund gegen, als für die Annahme eines Künstlernamens zu liegen 
scheint, indem diese in der Regel theils versteckter, theils in einem gewissen 
Anschlüsse an die Linien der Composition angebracht zu sein pflegen. Endlich 
glaube ich zwischen dem Schnitt der einzelnen Linien, aus denen die Rad- 
speichen, die Peitsche, und derjenigen, aus denen die Buchstaben gebildet sind, 
eine Wesentliche Verschiedenheit zu bemerken, der zufolge der Name später, 
möglicher Weise aber doch noch in alter Zeit hinzugefügt zu sein scheint. 
Von dem Brustbilde eines jugendlichen mit Epheu bekränzten Satyrs 
mit der Beischrift AEYKIOY urtheilt Köhler, es sei „ein völlig geschmackloser 
Stein", den Lippert (l, 4-52) und Raspe (4582) lieber gar nicht hätten mit- 
'theilen sollen.  In einer loärtigen Satyrmaske, welche Raspe in drei Wieder-  
holungen anführt (3979 I Gorlaeus Dact. II, 506, vgl. auch Licetus Hiero- 
glyphica, schema 28 und Canini 9.1; sodann 3980 u. 3982), hat man ebenfalls 
ein Werk des Lucius erkennen wollen; doch wird die Inschrift theils 110 YKTGY, 
theils A0 YKTEJI gegeben, Woraus sich nur gewaltsam AE YKIO Y machen lässt. 
 Noch weniger wird man in den Buchstaben ACY neben einem Kopfe der 
Poppaea (Lippert II, 656; Raspe 11416) den Namen eines Steinschneiders Lucius 
finden wollen. 
Midias. 
In der pariser Sammlung befindet sich ein vorn Feuer beschädigter Sardonyx- 
camee, auf dem ein stehender Greif dargestellt ist, um dessen einen Vorderfuss 
sich eine Schlange windet. Die Inschrift ist in den Publicationen bei Caylus 
Rec. d'ant. I, t. 53, 4 und Bracci I, tav. d'agg. 25 MIAIOY gelesen; vgl. auch 
Müller Denkm. I, n. 174; G. I. 7216. Erst spät machten Dumersan (Hist. du
        

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