Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203369
Wirkliche 
angebliche 
Steinschneider 
lcmmeninschriften. 
Stücken gehört.  "Oh die Arbeit alt oder neu sei," sagt Köhler (S. 181), „kann 
nur die Ansicht des Abdruckes entscheiden." Dagegen soll die Inschrift „ohne 
allen Zweifel neuen Ursprungs" sein. Gründe für diese Behauptung werden 
nicht angegeben; einer derselben ist wahrscheinlich der von Stephani (angebl. 
Steinschn. S. 190) beigebrachte, der in der Abkürzung E!" liegen soll, welche 
allerdings hier durch nichts motivirt erscheint. Weiter berechtigt der Punkt 
hinter dem Namen zu einigem Zweifel; und noch gewichtiger erscheint, dass 
die Form AEEOÄOE statt HEioXog nach der Bemerkung Letronne's (Ann. 
dell" Inst. XVII, p. 271) schwerlich der Hand eines antiken Künstlers entstammen 
kann; und wenn dieselbe auch, wie der Herausgeber des G. 1. will, aus schlechter 
Aussprache in die Schrift übergegangen sein könnte, so ist sie doch immerhin 
verdächtig. Ein auf diese Weise misstrauisch gemachtes Auge aber wird nun 
auch in der bildlichen Darstellung leicht einiges Auffällige auffinden: so hat 
namentlich die Stellung und Haltung des Knäbchens etwas modern Spielendes; 
an dem Satyr ist die Anordnung des Löwenfells in auffallender Weise der für 
Herakles üblichen nachgebildet; und wenn auch Schritt und Haltung als streng 
geregelt und gemessen durch die Wahl des Momentes bedingt erscheinen mögen, 
so liesse sich doch auch in ihnen die innere Freiheit, die innere Frische und 
Lebendigkeit einigermassen vermissen. Je leichter indessen bei Arbeiten dieser 
Art das Misstrauen die Unbefangenheit des Blickes trübt, um so weniger will 
ich durch die hier ausgesprochenen Bemerkungen eine bestimmte Entscheidung 
gegeben haben, die vielleicht nur durch Untersuchung des Originals oder wenig- 
stens eines recht guten Abdrucks tiberhatipt erst möglich wird. 
Auf einem zuerst von Winckelmann (Descr. zu ll, 1:313) als im Besitz der 
Gräfin Cheroffini befindlich erwähnten Carneol ist ein mit der Löwenhaut he- 
deckter Kopf des jugendlichen Herakles oder der Omphale gebildet und davor 
die Inschrift  welche früher von Einigen fälschlich Azeozas gelesen 
wurde: Lippert l, 026; Raspe 5515, t. 40; (lades lll, A, 8-11. Köhler nennt ln- 
schrift und Arbeit neu; und allerdings spricht die Wiederkehr einer verdäch- 
tigen Namensform nicht zu Gunsten der Echtheit, zumal auch der Kopf selbst 
eine auffallende Leere des geistigen Ausdruckes zeigt. 
Als durchaus unzuverlässig müssen endlich zwei Stücke aus der berüch- 
tigten de Thoms'schen Sammlung bezeichnet werden: das erste ist ein Sar- 
donyx: Perseus, der das Haupt der Medusa in dem am Boden liegenden Schilde 
sich spiegeln lässt; auf demselben (also in derselben ungrebräuchlichen Weise, 
wie  und --AlPÄ7]OiN'O(l' der nämlichen Sammlung) liest man AEhYlX: 
de Thoms Vl, 6; de Jonge Notice, p. 150, n. 10; Raspe 8864. Das zweite, eine 
Paste, zeigt eine mit Thyrsus und Oenochoe einherschreitende rasende Bac- 
ßhantin und die nämliche in ihrer Abkürzung doppelt verdächtige lnschrift 
AEEUÄ: de Thonis VI, f).  Der Aehat bei Beger Thes. Brand. III, p. 201 
mit der noch nicht genügend erklärten Inschrift _4l,XÜl(.dfD1 hat mit Axeochos 
sicher nichts zu schaffen, sondern gehört zur Classe der Abraxasgemmen. 
Caius s. Gaios. 
C l a s s i c u s. 
KAACCIKOC; Serapis 
auf einem 
Throne 
sitzend 
_3Iariette 
Cat. 
Grozat
        

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