Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203357
unenscllneider. 
Bild einer Victoria, die auf einen Schild an einer Trophäe schreibt, auf einem 
Onyx, selbst wenn es alt sein sollte, bedeutend genug, um in der Inschrift 
JIIQIUC einen Künstlernamen vorauszusetzen.  Eine Opferscene mit der In- 
Schrift rlllrlO Y bei Raspe 6427 ist im Style des bekannten Siegels des Michel- 
angelo gearbeitet und findet sich daher bei (lades XXI, Ü, G2 unter den Werken 
des sechszehnten Jahrhunderts.  Dass endlich die Inschrift AYAO CAAHEJ 
EPOIEI nicht als antik gelten kann, urird später unter Quintus (III. Abth.) ge- 
zeigt werden.  
Es leuchtet nach dieser Zusammenstellung ein, dass kaum ein anderer 
Name so, wie der des Aulus, zu Fälschungen gemissbraucht worden ist, wenn 
auch dieser Missbrauch bei einer Reihe von Steinen einstweilen mehr vermuthet 
worden ist, als dass er positiv nachgewiesen wäre. Allerdings bleiben daneben 
einige. übrig, an welchen die Inschrift als sicher oder wahrscheinlich echt an- 
genommen werden darf. Aber selbst bei diesen, und zwar gerade bei den am 
besten beglaubigten, muss es dahingestellt bleiben, 0b wir sie auf einen Künst- 
ler beziehen dürfen, wie dies in einzelnen Fällen bereits bemerkt worden ist. 
Ausserdem ist aber hier in Betracht zu ziehen, was in der Einleitung über 
Grösse der Buchstaben, über Stellung der Inschrift, über die Abfassung im N0- 
minativ gesagt worden ist. Wenn endlich an den muthmasslich echten Steinen 
sowohl der Styl der Arbeit, als die Formen der Buchstaben vielfach und wesent- 
lich unter einander abweichen, so ist es klar, dass durch den namentlich von 
Bracci (I, p. 165) eingeschlagenen Ausweg, sechs verschiedene Künstler des 
Namens Aulus anzunehmen, die Schwierigkeiten nicht gehoben, sondern nur 
vermehrt werden. Eine Lösung derselben, sofern auf Grund des vorliegenden 
Materials eine bestimmte Ansicht auszusprechen überhaupt gestattet ist, scheint 
mir daher nur möglich, wenn wir zu der einfachsten und in der That am 
nächsten liegenden Erwägung zurückkehren, das eben so, wie in unseren Tagen 
die Siegel häufig mit dem hlossen Vornamen bezeichnet sind, auch im Alter- 
thum für die zum reinen Privatgebrauche bestimmten Steine die gleiche Be- 
zeichnung als genügend betrachtet werden mochte, und dass also die öftere 
Wiederkehr des Namens Aulus als des Besitzers einfach durch den häufigen 
Gebrauch desselben als Vorname erklärt wird. 
Axeochos. 
„Ex Musei Strozziani ectypis Romae" publicirte Stosch (t. 20) die Darstellung 
eines im streng gemessenen Tanzschritt daherschreitenden leierspielenden Satyrs, 
der ganz in der Weise des Herakles das Haupt mit dem Kopfe des Löwenfelles 
bedeckt hat, welches um den Hals geknüpft leicht über den Rücken herabhängt. 
Vor ihm steht aut niedriger Basis ein nacktes Knäbchen (Bacchus?) mit dem 
Thyrsus in der einen Hand, während er die andere mit lebendiger Geberde 
nach oben dem Satyr entgegenstreckt; im Felde zwischen beiden ist ein Halb- 
mond sichtbar; im untern Abschnitt steht AEEOÄ7OE. EI": Bracci I, t. 43; 
Winck. Descr. ll, 1513-3; C. I. 7154. Die Angabe R. Rochettds (Lettre p. 126), 
dass "der Stein" sich jetzt in der Blacasschen Sammlung befinde, beruht wahr- 
scheinlich auf einem Irrthum, veranlasst dadurch, dass der Rest der Strozzfschen 
Steine in dieselbe gelangte, während der Stein, oder wie es scheint, die Paste 
mit des Axeochos Namen zu den schon im vorigen Jahrhundert gestohlenen
        

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