Volltext: Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler (Bd. 2)

Wirkliche 
und 
angebliche 
Steinschneider 
Gemmeninschriften. 
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Raspe 4083; Cades II, D,  Kühler, der S. 180 „wegen des mühsam Gesuchten" 
die ganze Arbeit verdächtigen möchte, verwirft wenigstens die Inschrift unbe- 
dingt, hauptsächlich Wegen der Stelle, an Welcher sie sich findet, weil kein alter 
Künstler nach fleissiger Vollendung des Kopfes so tölpisch und ungeschickt 
hätte sein können, seinen Namen hart an die Nase des Gottes zu schneiden. 
Allein, wie mir scheint, mit Recht hat Stephani (bei Köhler S. 342) darauf hin- 
gewiesen, dass in der auffälligen Stelle der Inschrift vielmehr ein Beweis ihrer 
Echtheit zu finden sei, aber freilich unter der Voraussetzung, dass sie sich dann 
nicht auf den Künstler, sondern auf den Besitzer beziehe. Dazu „enthält die 
Inschrift selbst noch ein doppeltes Element, welches positiv für ihr Alterthum 
spricht, die Grösse und der Schnitt der zwar hart, aber nicht ängstlich ge- 
schnittenen Buchstaben einerseits und das 'l'äfelchen, worauf sie angebracht ist. 5-51 
andererseits. Denn dieser zwar auf Münzen und anderen Kunstwerken häufige 
Gegenstand kommt doch aufGemmen, welche auf Alterthum Anspruch machen, 
ausser dem in Bede stehenden Steine nicht vor und ein Fälscher würde daher 
eine Neuerung dieser Art gewiss nicht gewagt haben." Sonach möchte nach 
Stephani die Gemme etwa der Siegelstein eines Arztes und die Uebereinstim- 
niung des überdies häufigen Namens mit einem als Künstlernamen vielfach ge- 
missbrauchlen nur zufällig sein.  Copien bei Raspe 4084 ff. 
Auf einem Hyacinth der Ludovisfschen Sammlung ist ein weibliches 
ideales Bildniss dargestellt mit entblösster linker Brust, während die rechte von 
einem Fell bedeckt ist. Hinter demselben liest man die Inschrift AlQxlOlÄ 
Von den vorgeschlagenen Benennungen erscheinen die einer Diana oder einer 
Amazone nicht passend, die einer Racchantin wenigstens einigermaassen an- 
nehmbar: Stosch t. 17; Bracci I, t. 42; Raspe 2119; Cades ll, A, 4.52. Ueber 
diesen Stein äussert sich Kühler S. 166 in folgender Weise: „Das Kupfer bei 
Stosch erregt einige Erwartung von der Darstellung und Ausführnng dieses 
weiblichen Brustbildes; betrachtet man aber den Stein selbst oder einen Ab- 
druck, so findet man eine so elende und schülerhafte Arbeit, dass kein Lieb- 
haber einen solchen Stein in seiner Sammlung dulden würde. Für den plumpen 
und dicken Hals ist der Kopf viel zu klein; die Brust ist hässlich und hängt 
herab; und die Behandlung ist eben so schlecht als die Zeichnung. Der 
Anblick dieses Brustbildes lehrt, dass der Künstler bei seiner Arbeit selbst nicht 
gewusst hat, Was er damit bilden wollte." Dieses harte Urtheil, dem auch 
Bracci p. 170 in so weit beistimmt, dass er das Verdienst der Arbeit geringer 
achtet, als an anderen Steinen mit den Namen Aulus, ist zillerdings bis auf 
einen gewissen Grad gerechtfertigt, und ich habe um so weniger Ursache, ihm 
zu widersprechen, als die Betrachtung des Originals, wie oben unter Diosku- 
rides bemerkt ward, über den modernen Ursprung der ganzen Arbeit keinen 
Zweifel lässt. 
Ein vorwärts gewandter Satyrkopf mit der Inschrift 4.114.110 Y auf einem 
Carneol oder Pras. einst dem Kunsthändler Jenkins gehörend, wird von Köhler 
S. 166 für eine Arbeit des vorigen Jahrhunderts erklärt; und dieses Urtheil 
scheint mir durch die Betrachtung des Abdrucks bestätigt zu werden: NVinck. 552 
Mon. in. t. 58; Bracci I, t. 36; Raspe 4505; Gades ll, A,   Der Kopf eines 
jugendlichen Herakles, darunter A 1'110 V, auf einem Carneol des Lords Algernon-
	        
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