Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203291
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Gemn 
xensch 
neider. 
Bracci I, t. 20 ist offenbar der Anfang des Namens dieses Jünglings, nicht des 
Anteros.  Der Name AAVFITIPSM" auf einem Steine Lessingts, selbst wenn er 
alt sein sollte, ist sicher nicht der des Steinschneiders, schon deshalb nicht, 
weil die aus ganz abstrusen Symbolen zusammengesetzte Darstellung auf Kunst- 
werth keinen Anspruch machen kann: Lessings Werke von Lachmann   2354-: 
Baspe 1041, t. 20; C. I. 715i; vgl. Letronne in den Ann. dell' Inst. XVII, p. 261. 
Apelles. 
Carneol: scenische Maske; den Namen darunter las Bracci (I. t. 27)  1', 
was von Visconti (Op. var. II, p. 125) gewiss richtig  l." emendirt wird. 
Die Arbeit wird von Bracci in die Zeit des Septimius Severus, d. h. die Zeit 
des Verfalles gesetzt. Nach ihm ist der Stein nicht wieder untersucht werden; 
und Köhler (S. 75) lässt deshalb die Frage der Echtheit unentschieden; und 
behauptet nur, dass die Inschrift „niemals für den. Namen des Künstlers, son- 
dern nur für den des Besitzers gehalten werden könne, oder, wie vielleicht. 
manche unter Masken geschriebene Namen, für den, welchen der Schauspieler. 
dem der Stein gehörte, auf der Bühne erhalten hatte." 
Aulus. 
Die Untersuchung über Aulus, wenn man nicht mit Kühler alle Steine mit 
seinem Namen als unecht verwerfen will, gehört zu den verwickeltsten und 
schwierigsten und wird schwerlich je in allen Punkten zu einem bestimmten 
Abschlüsse gebracht werden. Denn allerdings ist der Name nachweislich sehr 
häufig, vielleicht am häufigsten zu Fälschungen missbraucht werden. Nehmen 
wir aber auch an, dass ein Theil dieser Steine wirklich alt sein möge, so fragt 
sich doch, 0b der als Vorname gewöhnliche Name überall dieselbe Person be- 
zeichne und, was damit zusammenhängt, ob er immer oder doch zuweilen auf 
einen Künstler zu beziehen sei. Hierüber wird uns kaum die Prüfung der 
Einzelnheiten, in wie engen Grenzen sie hier freilich möglich ist, einigermassen 
Aufschluss zu geben im Stande sein. 
"Die älteste Erwähnung des Aulus findet sich in Faber's Erklärungen zu 
des Ursinus Illustrium imagines p. 67 in folgender Weise: in hyacinthi gemma 
pulcherrima, qua fortassis Decimus Brutus signare solitus fuit, ipsius Bruti 
praenomen solum AIZßIIJS inscriptum est, litteris aeque bellis, atque in illa 
Pompei gemma (d. h. dem Hercules des Gnaeos), ut suspicari quis possit, eiusdem 
iÄlFtlflClS opus esse ambas. Bruti huius praenomen prius fuit Decimus, postea 
ab A. Postumio Albinio adoptatus, secundum morem adoptionum, praenomen 
adoptionis retinuit.    Gemma haec reconditae cuiusdam eruditionis symbolum 
continet, quod nobis miriiice placet. Habet enim Cupidinem, qui papilionern 
trunco arboris affigit, quo innuere voluit Brutus, animam suam non aliter Cae- 
saris arnori, quam papilio iste arbori, affixam fuisse. Hieraus will Kühler (S. 167) 
folgende Schlüsse ziehen: „Beide Gemmen (die des Aulos und die andere mit 
dem Namen des Gnaeos) gehören in die Zeit, in welcher man die alten Denk- 
mäler aus der römischen und griechischen Geschichte zu erklären suchte. Waren 
es Bildnisse, die man vor Augen hatte, so gab man ihnen Namen berühmter 
Römer und Griechen, welche man ihnen einschnitt, wie oben erwiesen ward; 
Vorstellungen anderer Art suchte man auf irgend eine Weise mit merkwürdigen 
Männern aus der römischen Geschichte, die ihnen näher lag als die griechische,
        

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