Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203246
Wirkliche und 
angebliche 
Steinschneider 
Gemmeninschriften. 
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Art eines Heimes behandelt, und hinter dem Kopfe eine ithyphallische Herme 
sichtbar ist, auf einem Garneol bei Gades VII, E, 1 ist wahrscheinlich mit dem 
nach Glarac bei Gravelle II, p. 103 publicirten Steine identisch. In der Inschrift 
AETIOJNOC ist die Form des E auffällig, und ausserdem trägt die Arbeit den 
Charakter moderner Eleganz.  Ein Carneol mit der Darstellung eines Bac- 
chanals von neun Personen vor einem Tempel und dem Namen des Aetion 
(Lippert I, 944-) zeigt nach Raspe 41393 den Styl des modernen Steiuschneiders 
Dorsch. Ein anderer Stein, darstellend einen bärtigen Mercur mit einem scepter- 
artigen Caduceus: Millin gal. myth. t. 50, n. 205; de WVitte Cat. Beugnot p. 134, 
n. 400, ist in archaisirendem Style gearbeitet; der Name steht hier im Nomi- 
nativ und hat nicht C4), sondern S2. Ein Carneol mit analoger Darstellung und 
der gleichen Inschrift, den ein Herr Petree aus Paris in Aegypten kaufte, ist 
nach Dubois bei Clarac (S. 5)) hinsichtlich seiner Echtheit iverdächtig.  G. I. 
7136 und 37. 
Agathangelos. 
Der indische Garneol mit dem Kopfe des Sextus Pompeius ist von Köhler 
(S. 175) und Stephani (Angebl. Steinschn. S. 217) eben so heftig angegriffen, 
wie von Tölken (Sendschreiben S. 75-88) vertheidigt worden. Da ich mir je- 
doch nicht anmaasse, in diesem nur durch die feinste technische Kenntniss zu 
entscheidenden Streite Schiedsrichter sein zu wollen, so muss ich mich be- 
gnügen, den ganzen Stand der Frage mit niöglichster Sorgfalt darzulegen. 
Publicirt wurde dieser Stein zuerst von Venuti und Borioni Gollect. antiq. rom. 
t. 68, dann von Bracci I, t. 5; Abdrücke finden sich bei Winckelmann Descr. 
IV, 186; Raspe 10794; Gades V, 182. Er befand sich zuerst im Besitz des 
Kunsthändlers Sabhatini zu Rom, dessen Erben ihn für 450 Scudi an einen 
Polen verkauften, welcher ihn der Marquise Luneville oder Ligneville in Neapel 
zum Geschenk machte (Gori Dact. Smith II, p. 39; Raspe introd. p. XXXV. 
Das von Gori angegebene Jahr des Verkaufs 1749 kann nicht richtig sein, da 
er schon auf dem 1736 erschienenen Kupfer Venuti's als in jenes Polen Besitz 
befindlich bezeichnet wird). Später von Hackert erworben, kam er aus dessen 
Nachlass in das berliner Museum. Nach seiner Aussage soll er 1726 in dem 
Columbarium der Freigelassenen der Livia gefunden sein, aus dem auch die 
Inschrift: AGATHANGEIzas SIBI et IVLIAE  GLYGercae stammt (Gori Golumb. 
lib. et serv. Liviae p. 173, n. 161), womit die Angaben Wincke1mann's (Descr. 
und Werke V, S. 124) über seine Entdeckung ausserhalb Roms in einem Grabe 
unweit des Mausoleums der Caecilia Metella übereinznstimmen scheinen. Er 
War gefasst in einen schweren, an zwei Loth wiegenden goldenen Ring, der 
durch Form und Grösse zeigte, dass er nicht bestimmt war, am Finger getragen 
zu werden (Winckelmq Tölken). Die Verdächtigungen seiner Echtheit begannen 
alsbald nach seinem Erscheinen. Schon der erste Herausgeber sagt darüber: 
   neque apud Plinium et Junium aliosque scriptores, qui veterum artificum 
Ilomina litteris transmiserunt, neque in tota, ni fallor, antiquitate AFAOANFE- 540 
AOY nomen reperitur. Quare non desunt, qui additas recentiori manu litteras 
Suspicantur, operi reipsa non dubiae antiquitatis. At in praesentiarum, quid- 
quarn de hoc aftirmare nostri muneris esse non censeo. Ich habe diese Worte 
angeführt, weil sie zeigen, dass man damals noch nicht auf die Inschrift im
        

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