Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203193
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Gemmenschneider. 
Achat, der im Jahre 1726 im Columbarium der Freigelassenen der Livia ge- 
funden sein soll, ward zuerst durch Gori Dact. Smith. t. 15 bekannt. Doch 
zweifelt schon Visconti Op. var. II, p. 208 an der Echtheit des Kopfes wie der 
Inschrift, welche ausserdem durch ihre Vertheilung in zwei Absätze COAQ I] NOC 
über dem Kopfe Verdacht erweckt. 
Ebenfalls bei Gori Dact. Smith. t. 62 [Lippert I, 62] erschien ein Carneol: 
Kopf der Livia als Ceres, mit Lorbeerkranz und am Hinterhaupte verschleiert. 
Wenn die Zeichnung richtig ist, glaube ich in der Anlage des Schleiers, so wie 
auch in den Formen des Kopfes selbst eine moderne Hand zu erkennen. Die 
Inschrift hinter demselben lautet EOAQNOE.  
Mindestens von unsicherem Gepräge ist ein Kopf des Vulcan mit spitzer 
Mütze. Hinter der Schulter, wo auch der Hammer sichtbar ist, steht die In- 
schrift [ÄOAJZNOE in nicht eben sorgfältiger Schrift: Cades I, (i, 3; vgl. Ger- 
 hard Arch. Anz. 1851, S. 97. 
Das „Fragment einer prachtvollen Gemme mit dem Namen des Solon, 
eine Victoria mit Trophäen darstellend", im Besitz des Herrn Westropp wird 
nur kurz erwähnt bei Gerhard Arch. Anz. 1856, p. 177.  Ein anderes Frag- 
ment einer ungeflügelten stieropfernden Victoria mit der Inschrift COAQ findet 
sich bei Raspe 7764-.  Durch Fehlerhaftigkeit der Inschrift verrathen sich als 
unecht: e_in römischer Kaiser, stehend mit der Lanze und auf den Schild ge- 
stützt, mit der Inschrift CQAIZNOC: Raspe 7327, sowie ein Satyr auf einem 
Carneol mit der Inschrift COLVNOC: Raspe 4479. 
Teukros 
Auf einem Amethyst, der, aus Andreinfs Sammlung stammend, jetzt im floren- 
.332 tiner Museum sich befindet, ist Herakles sitzend dargestellt, der eine nackte 
weibliche Figur an sich heranzuziehen im Begriff ist, sei es nun Iole, Auge oder 
Hebe. Es ist dies die Gemme, die bei den Restaurationsversuchen des bel- 
vederischen Torso vielfach in Betracht gezogen worden ist. Der Name TSYKPOY 
findet sich hinter der weiblichen Figur: Stosch t. 68; Gori Mus. flor. II, t. 5; 
Bracci II, t. 112; WVinck. Descr. II, 1803; Worlidge Gems 31; Lippert I, 602; 
Raspe 6129; Cades III, A, 255. Obwohl Köhler S. 188 an der Arbeit eine etwas 
grössere Ausführung wünscht, so hat er doch gegen ihre Echtheit nichts ein- 
zuwenden. Die Inschrift dagegen wird von ihm für neu erklärt: „sie ist sauber 
geschnitten, aber nicht wenigen anderen ähnlich, die im Anfange des acht- 
zehnten Jahrhunderts so vielen alten und neuen Arbeiten aus Gewinnsucht bei- 
gefügt worden sind". S0 lange diese Anklage nicht besser bewiesen ist, sehe 
ich keinen Grund, an der Echtheit der Inschrift zu zweifeln, zumal den Linien 
der Composition zufolge der Baum hinter der weiblichen Figur ursprünglich 
für sie reservirt erscheint. 
Zu den zahlreichen Gopien dieses Steins (vgl. Raspe 6130 sqq.) ist auch 
der Carneol bei Miliotti t. 111 zu rechnen, wie die dort als Vorzüge gepriesenen 
sehr unglücklichen Veränderungen im Einzelnen zeigen. Wenn es wahr sein 
sollte, dass dieser Garneol sich schon lange vor der Publication des Amethyst 
im Besitz der Familie Glermont befunden habe, und es sich nachweisen liesse, 
dass er damals schon die Inschrift gehabt, so würde dadurch die Echtheit der 
Inschrift des florentiner Steins nur um so mehr gesichert.
        

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