Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203146
und 
Wirkliche 
angebliche 
Steinschneider 
Gemmeninschriften. 
357 
in die florentinische Sammlung. Zu bemerken ist, dass dieses vortreffliche 
Werk zu den wenigen gehört, an denen Köhler S. 206 Arbeit und Inschrift als 
unzweifelhaft antik anerkennt. Die Inschrift ist zuerst bei Bracci richtig wieder- 
gegeben; vor ihm und zum Theil auch noch nach ihm las mancfalschlich Plo- 
tarchos; und schon hieraus ergiebt sich, dass die Wiederholung bei Baspe 6680 
mit dieser Schreibart eine moderne Copie ist. Wahrscheinlich verdankt aber 
auch der angebliche Steinschneider HAOYTAPXOZ nur diesem Irrthum seine 
Entstehung.  G. l. 1247. 
Solon. 
Bei der Verwirrung in den Untersuchungen über die Steine mit dem Namen 
des Solon ist es nothwendig, zu Anfang einzelne Hauptpunkte mit besonderem 
Nachdrucke zu betonen. 
Thatsache ist, dass bereits im Jahre 1570 in den Imagines et elogia ill. 
ex bibl. Fulvi Ursini, p. 49 eine Gemme mit dem nach rechts gewendeten so- 
genannten Mäcenas-Kopf und der Inschrift (IOAOJNOU hinter ihm publicirt ward. 
Derselbe Kopf, aber linkshin, mit der Inschrift ("OAQNOC findet sich in der 
spätern Ausgabe Tat. 135. Ferner ward das Bild wiederholt von Bellori [Vet 
philos. imag. I, t. 33]; von Gronov (Thes. ant. gr. II, t. 31 adiunct.) und von 
La Chausse (Mus. Rom. I, t. 15). Man hielt den Kopf Wegen der Inschrift für 
den des Solon, bis 1712 Baudelot de Dairval die Vermuthung des Herzogs von 
Orleans ausführte, dass hier ein Römer und wahrscheinlich Mäcenas dargestellt 
sei. Seine 1717 separat publicirte Abhandlung erschien 1723 im Auszuge im 
dritten Bande der Hist. deiPacad. des inscr. p. 268. 
Thatsache ist ferner, dass um das Jahr 1600 Louis Chaduc einen Diome- 
des mit dem Palladium und der Inschrift COAOJN CPOZBZ in Italien gesehen 
hat: [St Leger: Notice de la vie de L. Chaduc im Magaz. encycl. ann. II, T. IV, 
p. 334-44; ann. III, T. V, p. 408; Mariette Rec. de pierr. gr. pl. 64]; Köhler 
S. 137. Publicirt ist derselbe zuerst auf Baudelofs Tafel n. 11. 
Thatsache ist drittens, dass die bekannte Strozzfsche Medusa schon 1709 
von Maffei (Gemme IV, t. 48) mit der Namensinschritt des Solon publicirt ward 
und dass sich dieselbe ebenfalls auf Baudelotüs Tafel n. 10 findet "envoyee de 
Rome par M. La Ghausse a feu M. I-Iombert". (La Ghausse starb saec. XVIII 
ineunte, vgl. die Vorrede zum Mus. Rom. Ausg. von 1746.) 
Diese Nachrichten stammen also sämmtlich aus der Zeit vor Stosch, mit 
dem nach Köhler's Ansicht die Fälschung von Künstlerinschriften in systemati- 
scher Weise erst begonnen haben soll. Es ist deshalb genau darauf zu achten, 
wie Köhler bei seinem Streben, den Solon von der Liste der Steinschneider zu 
streichen, ihre Bedeutung zu beseitigen versucht. 
Dass die Medusa mit dem Namen des Solon publicirt ward, drei Jahre 
bevor Baudelot die Inschrift des Mäcenas auf einen Künstler bezog, War auch 
Köhler auffällig; aber: „die Regsamkeit der Italiener, verbunden mit Liebe zum 
Gewinn, war also den Franzosen zuvorgekommen": S. 130; und S. 131: „Sab- 
batini (in dessen Händen sie sich zuerst befand), bekannt durch seinen Handel 
mit alten Denkmälern, glaubte, der Werth seiner Meduse werde erhöht durch 
Zusatz des Namens des Künstlers. Seine List gelang ihm." Wenn es ferner 
heisst, die Schrift sei gänzlich entblösst von Allem, was sie als echt bezeichnen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.