Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203138
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Gemmenschneider. 
Sein Helm liegt neben ihm, das Schwert ist vor ihm an einem Baumstamme 
aufgehängt, der Schild zu seinen Füssen ist mit dem Medusenhaupt und rennen- 
den Viergespannen geziert. Neben der Leier läuft die Inschrift IIAZIICDIAOY: 
Stosch t. 47; Bracci II, t. 90; Mariette p. gr. du roi pl. 92; Mill. gal. myth. 
t. 153, n. 567; Winck. Descr. III, 216; Lippert II, 140; Raspe 9212; Cades III, 
E, 31; G. I. 7235. Köhler, der die Echtheit der Arbeit nicht zu bezweifeln wagt, 
bestrebt sich Wenigstens ihren künstlerischen Werth möglichst herahzusetzen; 
die Inschrift aber wird ohne Angabe irgend eines Grundes den verdächtigen 
beigezählt. Dieser subjectiven Laune lässt sich wieder einmal ein objectives 
Zeugniss für die Echtheit gegenüberstellen. Wie nämlich Mariette pierres gr. 
d. r. preface p. VIII und Dumersan (Hist. du cab. des med. p. 87) angeben, 
ward der Stein gegen das Jahr 1680, also vor der von Köhler selbst statuirten 
Periode der Fälschungen, von einem baseler Professor Fesch dem Könige von 
Frankreich geschenkt (vgl. Dubos: Reflex. crit. sur la poesie et la peinture, 
Dresd. 1760, t. 2, p. 218). 
Ein Garneol im Besitz des Herzogs von Devonshire mit der gleichen In- 
schrift zeigt eine verwandte, nur in der Stellung des Achilles und in der An- 
ordnung der Umgebung modificirte Darstellung: Stosch t. 48; Worlidge Gems 
151; Bracci II, t. 91; Lippert II, 141; Raspe 9216. In dem Werke von Stosch 
hat dieser Stein ohne Wissen des Verfassers Aufnahme gefunden; Lippert nennt 
ihn fast eine Carricatur gegen den pariser; und auch Joh. Pichler bei Bracci 
bezeichnet ihn als eine Gopie. Eine solche ist wahrscheinlich auch eine dritte 
523 Wiederholung bei Raspe 9217; und sicher eine vierte mit der Inschrift IIAÄIQIAOZ 
in der Poniatowskfschen Sammlung: Dumersan a. a. O. 
Ob unter den übrigen von Clarac p. 163 zusammengestellten Steinen sich 
noch ein echtes Werk des Pamphilos befindet, steht sehr zu bezweifeln. Ein 
junger Herakles mit der falsch geschriebenen Inschrift NAZIIIDIA in der Pour- 
talesschen Sammlung ist nach Dubois (Descr. p. 160, n. 1092) ein modernes 
Werk. Als ein solches müssen wir auch einen Carneol der Townley'schen 
Sammlung bezeichnen: Psyche sitzend, die sich mit dem Fusse in einem Fuss- 
eisen gefangen hat; ihr gegenüber Amor sich ihr nahend: Raspe 7170, pl. 42; 
Gades II, B, 243; Visconti op. var. II, p. 192.- Eine Darstellung des Thcseus, 
der den Minotauros tödtet, citirt Clarac aus Millin Dict. des b. arts II, p. 722, 
wo sich eben so wenig, wie in dem Artikel Glyptique (I, p. 697 sqq.) etwas 
darüber findet.  Ein Metrodor mit der Inschrift IIAMGJIAÜ Y bei Cades IV, 
B, 155 ist gewiss modern.  Ein Junius Brutus findet sich bei Raspe 10654- 
in sehr schlechter Gesellschaft mit den gefälschten Steinen von Gnaeos, Aspa- 
sios und Sosocles.   
 Protarchos. 
Auf einem Sardonyxcamee von zwei Schichten ist ein die Leier spielender Eros 
 dargestellt, der auf einem schreitenden Löwen reitet; im untern Abschnitt findet 
sich in erhabenen Buchstaben die Inschrift: IIPQTAPXOEEIIOEI; Agostini 
Gemm. ant. II, t. 55; Maffei gemm. ant. III, t. 12; Gori Mus. flor. II, t. 1, 1: 
Stosch t. 53; Bracci II, t. 97; Lippert l, 787; Raspe 6679; Cades II, B, 189; 
Uhden Schr. d. berl. Acad. 1820, S. 3241. Der Stein befand sich schon zu 
Agostinfs Zeit in Andreinfs Besitz, dem er gestohlen ward; später kam er
        

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