Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203124
angebliche 
und 
YVirkliche 
Steinschneider 
Gemmeninschriften. 
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Begründeter scheinen die Angriffe, welche ein zweiter Stein mit dem Na- 
men des Onesas von Seiten Köhlefs erfahren hat: ein Garneol der Andreinfschen 
und später der florentiner Sammlung mit dem Brustbilde des Herakles, der das 
Haupt mit dem Olivenkranz umwunden und um den Hals das Löwenfell ge- 
knüpft hat. Vor dem Halse steht ONHCAO; an dem oberen Theile ist der 
Stein beschädigt, Stosch t. 4-6; Gori Mus. Flor. II, t. 1, 3; Bracci II, t. 89; Winck. 
Descr. II, 1683; Lippert I, 532; Raspe 5504; Cades III, A, 22; G. I. 7232. Kühler 
Sagt (S. 186): „Die Arbeit an diesem Kopfe scheint mir verdächtig, und es ist 521 
sehr leicht möglich, dass dem Künstler nach misslungenem Auge, welches ein 
wenig zu hoch steht, auch Stirn und Obertheil des Kopfes missfielen, und dass 
er deshalb den ganzen Obertheil abschlug, um das Nachgebliebene den Lieb- 
habern als ein altes Bruchstück feil zu bieten. Die Namensaufschrift rührt 
gleichfalls aus neuer Zeit her." Soweit in diesem Falle ohne die Prüfung des 
Steines selbst ein Urtheil möglich ist, glaube ich mich Köhler's Ansicht an- 
schliessen zu müssen.  Noch verdächtiger ist natürlich eine Wiederholung 
dieses Kopfes in der niederländischen Sammlung: de Jonge Notice, p. 156, n. 2. 
Denn obwohl sie dort noch über das florentiner Exemplar gestellt wird, so ver- 
langen doch gerade alle Gemmen mit Künstlerinschriften in dieser Sammlung 
die vorsichtigste Prüfung. Ich vermag augenblicklich nicht nachzuweisen, ob 
dieser Stein der aus van Hoorn's Sammlung stammende ist, von dem Dubois 
nach dem Zeugniss des frühern Besitzers bemerkt, dass die Inschrift von C. 
Costanzi hinzugefügt sei (Ann. dell' Inst. XVII, p. 268, n.   Verdächtig ist 
aus demselben Grunde der ebenfalls im Haag befindliche (p. 149, 17) fragmen- 
tirte Stein mit der Figur eines Jünglinge (ohne Grund Odysseus genannt), der 
einen Helm in der Hand trägt, und der Inschrift.   GAU, zumal er aus der 
berüchtigten de Thoms'schen Sammlung stammt: T. V, 4-.  Noch ein Kopf 
des jugendlichen Hercules mit der Keule neben dem Halse auf einem Saphir 
der Strozzfschen Sammlung bei Worlidge Gems 9 wird im Text kurzweg als 
Onesae opus ohne irgend eine weitere Gewähr bezeichnet. 
Sehr gerühnit wird ein mit Lorbeer bekränzter Kopf des Apollo  mit 
der Inschrift ONHCAC auf einem Carneol, "früher im Besitz des Card. Albani, 
jetzt des Marchese de la Golonnellett: Bull. dell" Inst. 1839, p. 105; Impronte 
V, 72; Cades I, E, 14-. WVahrscheinlich ist er identisch mit dem schon von 
Winckelmann (Descr. zu II, 1683) erwähnten Stein der Gräfin Cheroflini zu Rom, 
der sich wohl auch bei Raspe 2857 findet. Das Ganze macht mir einen sehr 
modernen Eindruck; und diesem Ursprünge schreibe ich auch die Unbestimmt- 
heit des Ausdruckes zu, der einem Apollo keineswegs entspricht.  
Auf Onesas hat man, aber gewiss mit Unrecht, auch einen Sardonyx mit 
dem Bilde einer trunkenen Frau und der Inschrift 4NHO bezogen: Lippert 522 
I, 4-18.  An einem fragmentirten Carneol mit dem Bilde der Venus Victriii 
und der Inschrift QNEOAC I: Q IIO: Cades I, K, G6, den R. Rochette (Lettre 
p. 145) fälschlich einen Camee nennt, verräth sich die Inschrift schon durch die 
falsche Schreibung des Namens als modern. 
Pamphilos.  
Sein Werk ist ein Amethyst der pariser Sammlung, auf dem ein jugendlicher 
Heros, Achilles, auf einem Felsen sitzend und die Leier spielend dargestellt ist.
        

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