Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203095
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Gemmenschneider. 
wähnt als in dessen Besitz befindlich Aristotelis in diaspro simulacrum a My- 
cone factum; und Spon misc. IV, p. 122 giebt eine kleine Abbildung dieses 
von ihm Sardonyx genannten Steines: es ist das Brustbild eines unbekannten 
ältlichen bartlosen Mannes, hinter dem sich in der Abbildung die Inschrift WII- 
KSZNOC findet, während im Text von Mykon die Rede ist. Stosch (t. 4-2) giebt 
eine neue Abbildung nach einem Abdrucke des Steines, den er mit einer Zeich- 
nung in einem Exemplar des Ursinus bei Bianchini verglich: bei ihm lautet die 
Inschrift MYKQNOC. Eben so giebt sie Bracci (ll, t. 83), der aber wohl nur 
Stosch copirte. Weiter wird von Lippert ll, 629 ein Hyacinth mit dem Kopfe 
des (laligula als Werk des Mykon angeführt. Diese Benennung bestreitet je- 
doch Raspe 12187. Er scheint den Lipperfschen Hyacinth, den er nach einem 
Stoschischen Schwefel giebt, für identisch mit dem Jaspis des Ursinus zu halten. 
Köhler zweifelt daran, zuerst wegen der Verschiedenheit der Steinart; aber da 
auch Lippert schwerlich das Original gesehen, so wäre ein Irrthum bei ihm 
leicht erklärlich. Weiter aber beruft er sich auf „die grosse Verschiedenheit in 
den Gesichtszügen, die hier viel zu jugendlich erscheinen und des kräftigen 
Ausdrucks in der Bildung sowohl als in der Behandlung gänzlich ermangeln, 
und nebst der wenig bedeutenden, nichts vom Geschmacke des Alterthums an 
sich tragenden offenbar neuen Arbeit verbieten zu glauben, dass dieser Stein 
derselbe sein könne, den vormals Orsini besass, welcher so lange denen zuge- 
zählt werden muss deren Echtheit und Alterthum ungewiss ist, bis ein glück- 
licher Zufall ihn an's Licht führen wird." Ich fürchte, dass Köhler die Lust der 
517 Verdächtigung auch hier zu weit geführt hat; denn vorher nennt er den von 
Lippert und Raspe gegebenen Kopf „dem von Spon gelieferten nicht ganz un- 
ähnlich". Wie dem aber auch sei, so ist gewiss, dass sich ein Stein mit My- 
kon's Namen im Besitz des Ursinus befand. XVenn nun Köhler vermuthet, der " 
Name sei in neuerer (des Ursinus) Zeit hinzugefügt, um den Kopf als das Bild 
des Malers Micon zu bezeichnen, so ist diese Annahme nicht besser begründet, 
als die verwandten Behauptungen über Aetion, Hellen, Hyllos u. a.; und auch in 
dem vorliegenden Falle wäre wiederum nicht abzusehen, was den Anlass gegeben 
haben sollte, in diesem Kopfe das Bild des verhältnissmässig doch wenig berühmten 
Malers zu vermuthen.  Auch der Anstoss, der darin zu liegen scheint, dass die 
Form Mykon der früher üblichen irrthümlichen Schreibung des Namens des Malers 
ihren Ursprung verdanken möge, wird dadurch gehoben, dass neben Mikon auch 
Mykon wenigstens einmal bei Pausanias (6, 2, 9) als Name eines Samiers vorkömmt. 
Ein kleiner Onyx, früher im Besitz der Garoline Murat, dann des Barons 
von Magnoncourt: Amor auf einem Löwen reitend, darüber die Inschrift 111 Y- 
KQNOC, wird zwar von Glarao (p. 150) für antik gehalten. Doch möchte nach 
Glarads Worten: m'a paru antique ainsi que le nom, eine erneute Prüfung 
seiner Echtheit nicht überflüssig sein.  Ein Gadeäscher Abdruck eines Hya- 
cinths, angeblich im Museum zu Florenz, zeigt eine sitzende, halbbekleidete 
weibliche  Figur, mit einer Schriftrolle in der Linken, während sie die Rechte 
wie demonstrirend erhebt und zugleich eine vor ihr auf einer Säule aufgestellte 
Maske betrachtet; hinter ihr JHYKQNOC. Die Arbeit ist ohne besonderes Ver- 
dienst, und es wäre schwer zu begreifen, selbst wenn sie alt sein sollte, dass 
ein Künstler ihr seinen Namen beigefügt hätte.
        

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