Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203068
und 
Wirkliche 
Steinschneider 
angebliche 
Gemmeninschriften. 
349 
YAAOC 
ÄIOCKOYPIÄOY 
BIIOIEI 
Ungewöhnlicher Weise wird das Bild von Tölken (Sendschreiben S. 14) wegen 
des Styls der Arbeit für modern, von Stephani (bei Kühler S. 310) für echt ge-  
halten: „der Schnitt zeigt in allen Theilen Klarheit nnd Bestimmtheit der Vor- 
stellung und jene Keckheit der Hand, welche mit dem Aufwand möglichst weniger 
Mittel alles Wesentliche erreicht, und zwar in einem Grade, in welchem diese 512 
Eigenschaften nur den besseren Werken des Alterthums eigen sind, so dass ein 
Zweifel an der Echtheit des Steins gar nicht aufkommen kann. Tadeln könnte 
man daran nur etwa, dass das Auge etwas zu wenig verkürzt ist." Dagegen 
wird die Inschrift natürlich auch von Stephani verworfen, theils wegen der ver- 
tieften Buchstaben, theils wegen der Erwähnung des Dioskurides. Aber nach- 
dem sich Eutyches und Herophilos als Söhne des Dioskurides gegen jeden 
Zweifel bewährt haben, wäre es gewiss weniger zu verwundern, wenn sich ihnen 
auch noch Hyllos zugesellte. Leider hat sich die Geschichte des Steines bis 
jetzt nicht über die Erwähnung bei Gori [Mus Flor. II, p. 13] hinaus verfolgen 
lassen, indem eine andere Notiz in einer Gapponfschen Handschrift (Vatic. 8016, 
fol. 38), von der Welcker spricht (Rhein. Mus. N. F. VI, S. 386), bis jetzt nicht 
wieder hat aufgefunden werden können. 
Alle folgenden Steine sind in hohem Grade verdächtig oder entschieden 
falsch: Eine Nereide von einem Triton getragen nebst zwei Amoren, davor 
YAAIIY auf einem Garneol bei Gades II, K, 11 findet sich nach Glarac. p. 132 
in der MarlborougHschen Sammlung [C01]. Marl. I, t. 40]. Die Buchstaben sind 
schlecht geschnitten, das I3 viereckig; der Stein fragmentirt, nämlich so, dass 
der ganze untere Theil der Figur fehlt und sich gegen den Bruch hin eine ge- 
wisse Unklarheit der Motive zeigt; so dass schon dadurch der Verdacht einer 
modernen Fälschung" hinlänglich begründet erscheint.  Die verlassene Ariadne, 
Garneol mit der Inschrift YAAOY in der Sammlung Rog'er's, welchen Dubois 
bei Clarac p. 132 anführt, ist wahrscheinlich identisch mit einem angeblich der 
Piombindschen Sammlung angehörigen Carneol bei Gades II, A, 405. Das Bild 
ist sehr schlecht in den Raum gepasst und namentlich im obern Theile senti- 
mental modern.  Aus der de la Turbie'schen Sammlung sind in die des Her- 
Zogs von Blacas zwei Steine mit dem Namen des Hyllos übergegangen: ein 
Amethyst mit einem Silenskopf und ein weiss und grauer Achat mit einem an- 
geblichen Hippokrateskopfe: Visconti Op. var. III, p. 410, n. 60; p. 423, n. 14-8; 
Glarac p. 133. Wahrscheinlich sind sie identisch mit denen, welche Gades XXII, 
P, 251 und 256, d. h. in der Abtheilung der modernen Steine mittheilt.  
Paris auf einem Garneol des Lord Algernon-Percy mit dem Namen VAAOY 513 
(so  wird von Raspe 9117 eine moderne Arbeit genannt.  Eine Diana mit 
der Inschrift HYAOY (Raspe 2128) ist eine Gopie nach der Diana des Heios. 
 Ein Carneol mit einer Silensmaske und der Inschrift YAAOY im Besitz des 
General Rottier wird nur von Dubois bei Clarac p. 132 ohne weitere Bemerkung 
angeführt.  „  jljlÜY sitzende Pallas, das Medusenhaupt betrachtend; antike 
Paste im Haag: de Jonge Notice p. 14-3, n. 8; de Thoms pl. 6, n. 5, der Thra- 
Syllus liest": Glarac p. 132.
        

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