Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1203013
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Gemmenschneider. 
Die 
an der Basis, auf Welcher Diomedes kauert. Gori besass einen Abdruck dieses 
Steins, wie er meint, aus Andreinfs Sammlung, aus der er mit anderen ver- 
schwunden war. Nicht zu verwechseln ist er mit einer andern Wiederholung 
im florentiner Museum. Diese Andreinfsche Gemme ist es, Welche Köhler für 
eine Arbeit des Flavio Sirleti erklärt: Gori Mus. Flor. II, p. 69; Bracci II, p. 105; 
Caylus rec. de 300 tetes pl. 173; Raspe 9435; Cades III, E. 278; G. I. 7271 b. 
Wohl aus Versehen bezeichnet Worlidge Gems 115 den Stein mit dem Namen 
auf der Basis als in Marlborouglfs Besitz befindlich. 
Ein Garneol der Strozzfschen Sammlung, Amor und Psyche, der capi- 
tolinischen Gruppe ziemlich entsprechend, mit der Inschrift lDI-IAIE ist eine 
Arbeit des Felix Bernabä, eines Steinschneiders des vorigen Jahrhunderts: 
Raspe 7181, pl. 4-3; Cades XXII, P, 9; Stephani bei Köhler S. 289. Diesem 
ist vielleicht auch das Bild eines Gentauren mit der Inschrift (DIJJI  SCP bei- 
zulegen: Raspe 4445. Ebenfalls modern ist eine angebliche Lucretia mit der 
Inschrift (DHA  E!" bei Cades XXII, P, 10. Dass die Buchstaben K (I) neben 
einem Mercurkopf mit Raspe 2291 nicht Kaknovgviov (Drjltg gedeutet werden 
dürfen, braucht nicht weiter bewiesen zu werden. Ebenso können hier die Steine 
mit der lateinischen Inschrift FELIX übergangen werden: Raspe 7758; R. R0- 
chette Lettre p. 137; Glarac p. '117. 
Herakleidas. 
In das Museum von Neapel ist ein vor wenigen Jahren bei Capua gefundener 
schwerer goldener Ring übergegangen, in den anstatt eines geschnittenen Steines 
505 ein in eine hellere Metallmischung (Elektron) gravirter Kopf eingelassen ist. 
Dass in demselben M. Junius Brutus dargestellt sei, wird nach dem Vorgange 
S. Giorgids allgemein angenommen. Den daneben stehenden Namen des Künst- 
lers las zuerst Minervini (Bull. Nap. N. S. III, p. 178): 
IEOFH 
   ZAAIEANAH 
während später Braun (Bull. dell' Inst. 1855, p. XXXII) die nachher auch von 
andern als richtig erkannte Lesart HPAKAEIAAE H EFOEI aufstellte. Die 
Arbeit wird hinsichtlich ihrer Schönheit von Braun mit einer Münze von Ca- 
tania verglichen (Specf of anc. coins of Magna Grecia pl. 10; Müller u. Oester- 
ley D. a. K. II, XI, n. 122), auf welcher sich der Name des Herakleidas eben- 
falls findet, obwohl die Identität der Person damit noch keineswegs laewiesen 
iist. Uebrigens mag Herakleidas nur aus praktischen Rücksichten unter den 
Steinschneidern seinen Platz finden, während ich weit entfernt bin, die Gra- 
virung in Metall mit der Steinschneidekunst zu identificiren. 
Herophilo s. 
"Durch einen nicht sehr fein angelegten Betrug hat man einem vergeblichen 
Sohn oder Schüler des Dioskurides, Herophilos mit Namen, durch die Aufschrift 
IiFPOIDIAOC JIOCKOYIIA das Dasein geben wollen, welche man auf einem 
grünlich türkisfarbenen Glasflusse von mehr als gewöhnlicher Grösse liest, der 
einen mit Lorbeer bekränzten Kaiserkopf vorstellt und vielleicht den Kaiser 
Augustus abbilden soll. Diese neue Arbeit ohne Aehnlichkeit und Geschmack 
befindet sich in der kaiserlichen Sammlung zu Wien." Diese Worte Köhlefs 
(S. 151) mögen hier als eine Mahnung zur Vorsicht in der Kritik der Gemmen
        

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