Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1202959
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Gemmenschneider. 
Bracci Ward dieser Stein von den beiden Pichler für eine Arbeit des Flavio 
Sirleti gehalten. Ein von Cades als Carneol bezeichneter Stein der Blacasschen 
Sammlung scheint mit dem vorigen nicht identisch, sowohl Wegen der Ver- 
schiedenheit der Steinart, als auch wegen seiner Herkunft aus der de la Tur- 
bie'schen Sammlung (Clarac p. 96)l, in welcher ihn Visconti Op. var. III, 403, 
I1. 11 beschreibt. 
Ein Onyx-Camee im Besitz J. Mersen's mit einem vortrefflich gearbeiteten 
Medusenkopfe en face und der Inschrift ÄIOC wird zwar von Bracci II, p. 27 
mit Berufung auf das Urtheil der Pichler für alt gehalten; aber der Charakter 
der Buchstaben soll mit dem anderer Inschriften des Dioskurides nicht über- 
einstimmen, Weshalb an einen zweiten Dioskurides oder an einen antiken Be- 
trug gedacht wird. 
Dieselbe Bemerkung, wie über den Giganten, macht Bracci in Betreff des 
modernen Ursprungs auch über einen von drei Amoren umgebenen ruhenden 
Hermaphroditen mit der Inschrift JIOC auf einem Amethyst, den Zanetti 1721 
von Flinck kaufte und der nach Cades ebenfalls in die Worsley'sche Sammlung 
übergegangen sein soll: Gori Zanetti t. 57; Bracci II, t. 68; Köhler S. 99. 
6 Ebenfalls mit der Inschrift dIOC ist ein Ciarneol der Beugnotlschen Samm- 
lung, den Kopf des Augustus darstellend, bezeichnet: de Witte Cat. Beugn. 
p. 135, n. 4-08; Impr. gemm. dell" Inst. IV, 98; Bull. delll Inst. 18341, p. 128; 
Gades V, 268. Richtig bemerkt über diesen Stein Stephani (bei Köhler S. 808): 
„Der Steinschneider zeigt unverhohlener als mancher andere jenen Grad leerer 
Allgemeinheit und Unsicherheit in der Auffassung der Form, gepaart mit ängst- 
licher und ungeschickter Sorgfalt in ihrer Darstellung, welcher die Werke unseres 
Jahrhunderts, die für antik gelten wollen, von allen anderen unterscheidet." 
Auf einem Granat, den Caylus besass und herausgab (Rec. II, t. 40, 1), 
mit dem vorwärts gewandten Serapiskopf, glaubte derselbe die Buchstaben 
ALQC zu erkennen. Ohne über die Echtheit zu urtheilen, weist schon Bracci II, 
t. 62, p. 23 wegen der Abkürzung und des S2 die Beziehung auf Dioskurides 
ab. Ein Abdruck bei Gades I, A, 56. 
JIOCK lautet die schon von Millin (Pierr. gr. ined. 9) für modern erklärte 
Inschrift vor einer nur theilweise erhaltenen sitzenden halbbekleideten Figur 
mit einer Maske in der Rechten, die als Thalia, wie man sie genannt hat, von 
einem antiken Künstler nicht in dieser Weise gebildet werden konnte. In der 
de Ia Turbie'schen Sammlung, Welcher der Stein nach Millin angehörte, wird 
in dem Verzeichnisse Viscontils (Op. var. III, 405, n. 2G) ein Onyx von zwei 
Farben mit gleicher Darstellung, aber ohne Inschrift angeführt. Unter den 
Gadeäschen Abdrücken II, G, 13 wird der Stein als fragmentirter Garneol der 
Blacasschen Sammlung bezeichnet. 
Unter diesen Ende ich ferner einen Carneol, Bacchus auf einem Panther 
darstellend mit der Inschrift AIOCKO, für Dioskurides, auch wenn sie alt sein 
sollte, jedenfalls eine zux unbedeutende Arbeit.  Auf ihn hat man auch die 
Inschrift AIOCI beziehen wollen, die sich neben einem Mädchenkopf auf einem 
Topas der Devonshireschen, später der Marlborouglfschen Sammlung findet: 
Worlidge 131. 
Auf einem Garneol des Museums von Neapel ist ein Silen unter einem
        

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