Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1202928
Wirkliche 
angebliche 
Steil 
nschnoidcr 
11' 0m  
335 
führung vorzüglicher, sondern die Feinheit in der Auffassung, die geistige Span- 491 
nung in der ganzen Haltung, die Elasticitäit in allen Bewegungen erwecken 
ausserdem ein günstiges Vorurtheil für das Alter der Arbeit, das indessen nur 
durch die Prüfung des Steines selbst sichergestellt werden kann.  Wahrschein- 
lich eine Copie ist der Carneol im Haag: [de Jonge Notice p. 158, n. 23]. 
Einer solchen Prüfung ist auch ein Camee des berliuer Museums noch- 
mals zu unterwerfen, Hercules darstellend, im Begriff, den Cerberus zu bän- 
digen; Löwenhaut und Keule zur Seite; im Abschnitt in vertiefter Schrift 
JIOCKOYPIAO)": [Beger Thes. Brand. III, p. 192]; Stosch t. 31; Bracci II, 
t. 66; [Lippert III, 325]; Raspe 5798. Der leise Zweifel Braccfs an der Echt- 
heit beruht blos darauf, dass dieser Stein damals als der einzige Camee mit 
des Dioskurides Namen ihm Anstoss erregte; doch bekennt er, weder das Ori- 
ginal noch einen Abdruck gesehen zu haben. Köhler, der sich in der gleichen  
Lage befand, nimmt trotzdem keinen Anstand, die ganze Arbeit kurzweg und 
ohne Angabe von Gründen für neu zu erklären. Dass der Stein schon von 
Beger publicirt ist und ausserdem zufolge seiner silbernen Fassung zu den äl- 
testen Schätzen des berliner Museums (aus der Zeit der Kurfürsten Joachim I. 
und II.) gehört, wie Tölken (Sendschr. S. 4141) bemerkt, zeigt wenigstens, dass 
wir es nicht mit einer Fälschung des vorigen Jahrhunderts zu thun haben, und 
ich will nicht bestreiten, was Tölken über das künstlerische Verdienst bemerkt. 
Nur in der Verlheidigung der Inschrift lässt auch Tölken  4-9) einen gewich- 
tigen Zweifel bestehen. Er bemerkt nätmlich, dass ein Theil des Löwenfells 
bis in das Feld unter der Gruppe herabhänge. „Hätte der Künstler seinen Namen 
hier anzubringen beabsichtiget, so wäre diese Anordnung nicht von ihm ge- 
wählt werden. Deshalb ist aber die Inschrift nicht nothirendig' modern. Konnte 
nicht ein Schüler oder Verehrer des Dioskurides dieses von ihm herrührende 
Werk mit dessen Namen bezeichnen wollen "P Zum Eingraben so schöner grie- 
chischer Buchstaben waren ohne Zweifel auch moderne Künstler geschickt genug. 
Allein das Vorhandensein dieses Denkmals lässt sich bis ins siebzehnte, sechs- 
zehnte Jahrhundert nachweisen. Wer ist dreist genug zu behaupten, dass sie 
nicht antik sein könne. oder modern sein muss?" Der Liebhaber mag sich 492 
durch die so gestellte Frage seine Freude an dem Werke allerdings wahren. 
Für die Wissenschaft ist sie jedoch gleichbedeutend mit einem Zweifel an der 
Echtheit. 
Auch der folgende Stein bedarf, namentlich du über seine Herkunft nichts 
bekannt ist und er zugleich mit mehreren anderen bis jetzt noch nicht hinläng- 
lich beglaubigten aus einer einzigen Privatsammlung bekannt geworden ist, 
noch einer g-rtindlichen Prüfung. Ich vermag hier blos den Bericht des jetzigen 
Besitzers, F. v. Pulszky, in Gerhards Arch. Anz. 1854-, S. 433 mitzutheilen: 
,-Der wichtigste Stein der Fejervarfschen Gemmen, die mit einem Namen be- 
zeichnet sind. ist die Muse, die im Gataloge unter Nr. 179 beschrieben ist. Es 
ist ein wunderschöner dunkelrother Sard von intensivem Feuer. Der Name 
 ist meiner Ansicht nach echt; denn es ist augenscheinlich, 
dass der Künstler etwas mehr Raum nach der linken Seite liess, um Platz für 
den Namen zu machen. Der Styl dieses Kunstwerkes ist nicht jener des Bla- 
Casschen Augustus oder des durch XVinckelrnann publicirten Demosthenes. Er
        

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