Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1202892
(vi 011111181 
obachtungen gegen die Echtheit sprachen, um so mehr wird durch dieselben 
Beobachtungen die Echtheit der drei andern Gemmcn und Inschriften verbürgt. 
Am deutlichsten trat nach der ganzen Natur des Steins und des Schnitts die 
(lorrosion der Epidermis an dem sogenannten Mäcen hervor, eine Corrosion, 
die ohne die Formen irgendwie zu zerstören, nur den Glanz der Politur bricht 
und die Schärfe der Contouren mildert. Wie an dem ganzen Bilde, so zeigte 
sich diese Corrosion auch an den Umrissen der mit vollster Sicherheit, Praktik 
und Rundung eingeschnittenen lnschrift. An dem Demosthenes trat sie nament- 
lich an dem Uontour des tief geschnittenen Bildes hervor; aber auch das ganze 
Feld war stark angegriffen, fast wie durch vielen Gebrauch abgenutzt, so dass 
vom Namen vielfältig nicht die Linien, sondern nur noch die sie begränzenden 
Punkte sichtbar waren; jede. neu eingeschnittene Linie hätte gerade bei solcher 
Beschaffenheit grell hervortreten müssen. Weniger war bei dem tlamee die 
tiefer liegende Schicht des Grundes angegriffen; doch liessen sich auch an ihr 
die Spuren der Zeit nicht verkennen, und zwar fanden sie sich überall in gleicher 
Weise, an der Stelle der Schrift nicht minder, wie an der entgegengesetzten 
Seite, so dass also auch hier jeder Grund zum Zweifel an der Echtheit der ln- 
schrift wegfallen musste.  Noch will ich bemerken, dass das Feld am Steine 
selbst nicht die Grösse hat, wie z. B. an den sonst vortrefflichen (ladesschen 
Abdrücken. Es war darum gar kein Raum vorhanden, die Inschrift um vieles 
grösser zu bilden, als es geschehen ist; und wenn sie daher auch im Ver- 
hältniss zur Grösse des Steines sehr klein erscheint, so steht sie doch in ganz 
richtigem Verhältniss zur Grösse des Feldes. Dass endlich die Inschrift vertieft 
geschnitten ist, kann um so weniger Anstoss erregen, als erhabene Buchstaben, 
an welcher Stelle des Steins wir sie uns denken mögen, nur eine störende Wir- 
kung hervorgebracht haben würden. 
Im Zusammenhangs mit den Bildnissen des Augustus ist am besten von 
einigen Köpfen zu handeln, die man auf diesen Kaiser, wenn auch mit Unrecht, 
hat beziehen wollen. Der erste ist ein Amethyst, früher der Strozzfschen, jetzt 
der Blacas'schen Sammlung. Die Inschrift AIOCIQU X1711 (der Kopf des I) sehr 
klein) steht unter dem Halse: Stosch t. 26; Bracci ll, t. 57; VVinck. Descr. IV, 201; 
Raspe 11057; Cades V, 267. Den kurzen, nur schwach angedeuteten Bart hat 
man aus der Geschichte des Kaisers, der Trauer nach der Niederlage des Varus, 
und der Vergleichung einiger Münzen rechtfertigen wollen. Aber Kühler be- 
merkt S. 114 richtig, dass die gesammten Proportionen dem Kopfe" des Augustus 
nicht angemessen sind. Verdacht gegen das Alter erweckt sodann erstens die 
Abkürzung des Namens. Sodann ist in sehr auffälliger und, wie es scheint, ah- 
sichtlicher Weise der Stein in der ganzen Ausdehnung der äusseren Umrisse 
des Haars beschädigt, wie um wenig gelungene Partien zu vertilgen. Da nun 
auch sonst die Arbeit wenigstens nicht mit unzweifelhaftei" Entschiedenheit den 
Charakter des Alterthums trägt, so wird der Stein, auch wegen der Stellung der 
Inschrift (vgl. oben S. 308), mindestens den verdächtigen beizuzählen sein. 
Ein ganz ähnlicher Kopf findet sich auf einem Granat, der, früher im Be- 
sitz des Marchese Massirni, mit der de Thomsischen in die k. niederländische 
Sammlung übergegangen ist. Unter dem Halse steht die Inschrift JIOZKOY- 
P1141115 und unter dieser ein Stern: Stosch t. 25; Bracci ll, t. 58; de Thoms
        

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