Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1202889
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331 
nomine DlOSCORIDlS. Dass die Inschrift lateinisch gewesen, ist nicht glaub- 
lich; sie ist wohl nur aus Bequemlichkeit so gedruckt. Ueber diesen Stein ist 
nichts weiter bekannt geworden. Denn die Note Dubois' bei Clarac p. 97 scheint 4x: 
sich nicht auf denselben, sondern auf einen ähnlichen Stein zu beziehen. Dem 
Cartularium der Kirche von Figeac (inder pariser Bibliothek) zufolge schenkte 
nämlich das Capitel derselben an Colbert unter andern Dingen einen Carneol 
in der Grösse eines 30 Sousstückes, auf dem ein strahlenbekrätnzter Kopf en face 
mit dem Namen  Y geschnitten war. I) für UY ist wohl nur 
Fehler des alten Abschreibers; der Stein selbst aber war schwerlich neuer Er- 
werb, sondern wahrscheinlich alter Besitz der Kirche. Doch auch von diesem 
Steine hat man keine weitere Kunde.  Noch vorhanden ist dagegen der Camee 
von mehr als gewöhnlicher Grösse in der Piombino (-Ludovisi')schen Sammlung 
zu Rom, auf dem der nach rechts gewandte Kopf des Augustus fast noch im 
Jünglingsalter gebildet ist; hinter ihm JJILSKU Yltl IOY: Raspe 15634; Ca- 
des V, 279. Leider ist von barbarischer Hand der Versuch gemacht, den ganzen 
Kopf wegzuschleifen, so dass jetzt der grösste Theil der Haare, ein Stück des 
Ohres und die halbe Stirn fehlen. Trotz solcher Verstümmelungen urtheilt Köhler 
 146, dass es das schönste erhaben geschnittene Bildniss sei, das man von 
Kaiser Augustus kenne. Es unterliegt also keinem Zweifel, dass es des Dios- 
kurides würdig ist. Aber dennoch soll die Inschrift falsch sein: ,.hinter dem 
Kopfe steht die wahrscheinlich um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts, wenn 
nicht später, hinzugefügte Inschrift, welche Raspe für alt hielt, und die in Ver- 
gleichung mit der Grösse der Gemme mit viel zu kleiner und daher unansehn- 
licher Schrift gegraben ist. Zu ihr hat man sich des Rades bedient. Denn ein 
früherer Versuch, diesen Namen mit der Demantspitze zu graben, den man im 
Felde des Steines, aber Wegen seiner Seichtigkeit nicht im Abdruck bemerkt. 
war misslungenät Aber würde nicht gerade ein moderner Fälscher die aller- 
dings vorhandenen, aber leicht zu tilgenden Spuren jenes Versuchs am ersten 
getilgt haben, während der alte Künstler, wenn er auf diese Weise die Inschrift 
wie versuchsweise verzeichnete, sie nicht weiter beachtete, da sie dem blossen 
Auge kaum sichtbar sind? WVer hat „um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, 
wenn nicht später" die Fälschung vorgenommen? Sollten etwa die Fürsten von 
Piombino selbst Auftrag dazu gegeben haben? Denn wenn auch nicht authen- 
tische Documente vorliegen, so ist es doch Familientraditioiu, dass, wie so ziem- 486 
lich die ganze Gemmensammlung, so namentlich dieser Augustus aus dem alten 
Ludovisfschen, in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts gesammelten 
Besitze stamme. Was den Stein selbst anlangt, so mag hier im Zusammen- 
hange angeführt werden, was sich aus der mir gestatteten Prüfung dieser und 
der drei andern Gemmen mit Künstlernamen in derselben Sammlung ergeben hat: 
des Demosthenes von Dioskuridcs, des sogenannten Mäcenas von Solon und der 
Diana oder Bacchantin des Aulosf Das Misstrauen, welches ich gegen die letztere 
bei Betrachtung des Abdruckes gefasst hatte, fand ich durch das Original, fast 
möchte ich sagen, auf den ersten Blick bestätigt. Der Schnitt der Inschrift 
namentlich War furchtsam und unsicher und auf der ganzen Oberfläche des 
Steins liess sich von den Wirkungen der Zeit keine Spur bemerken. Je ent- 
schiedener hier (vom künstlerischen Werthe ganz abgesehen) alle äusseren Be-
        

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