Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1202794
 011111101 
lschne 
Ehre gereichen würde, keinem vorzüglichen Meister des Alterthums beigelegt 
werden darf; ein solcher würde seine Mühe nicht an einem so fehlerhaften Stein 
verschwendet (warum aber ein neuerer und eben so wenig seinen Namen ihm 
beigefügt haben." Das Bild rechtfertigt Stephani (Angebl. Steinschn. S. 24-3): 
„lm Schnitt des Bildes ist neben einer gewissen von Köhler bemerkten Trocken- 
heit doch auch ein nicht unbedeutender Grad von Sicherheit und Zuversicht 
zu erkennen und es mag daher wohl antik sein." Dagegen erklärt er die In- 
schrift für entschieden modern: „Die Buchstaben sind übertrieben klein; ihre 
Linien, wenn sie auch ohne Kugeln sind, gehören zu den am seichtesten ein- 
geritzten, die tiberhaupt in gefälschten Gemmen-lnschriften vorkommen, so dass 
sie zum Theil kaum zu erkennen sind; endlich finden wir bei der ersten Pu- 
blication des Steines kein XVort von seiner Inschrift erwähnt.   ß Zur Fäl- 
schung soll ein Stoschischer Schwefel mit einem Elephantenkopf bei Raspe 1294-7 
Anlass gegeben haben. Denn der in grossen, kräftigen Buchstaben abgefasste 
und rings um das Bild laufende Name 4111490!" 1,911) sei unzweifelhaft echt, 
wenn er auch freilich keinen Steinschneider bezeichne. Freilich muss Stephani 
selbst darauf hinweisen, dass es unsicher sei, 0b jener Elephantenkopf zu NIaffeiÄs 
Zeit, der die Inschrift, wenn auch incorrect, giebt, schon bekannt war, sowie 
472 ferner, dass in der Zeit des de la Chausse zuweilen Abbildungen von Gemmen, 
welche Inscbriften haben, ohne dieselben erscheinen. Am meisten täuscht sich 
jedoch Stephani über die Beschaffenheit der Inschrift selbst. Die Buchstaben 
sind keineswegs übertrieben klein, sondern auch mit blossem Auge vollkommen 
lesbar, und die Linien, durch Kugeln begrenzt, keineswegs seicht eingeritzt; 
Stephani hat sich also zu seinem Verdammungsurtheil offenbar durch einen 
mangelhaften Abdruck verleiten lassen. Im Uebrigen ist die Inschrift keines- 
wegs ängstlich, sondern eher mit einer gewissen Sorglosigkeit geschnitten. 
Ein Stoschischer Schwefel mit dem Kopf des Laokoon bei Raspe 9488 
und Gades III, E, 302 ist schon durch die Orthographie des Namens 1114052!" 
verdächtig und wird es noch mehr durch den modernen Charakter der Arbeit. 
 Modern ist nach Tölken (Sendschreiben S. 14-) auch ein Onyx-(lamee in Berlin, 
darstellend Herakles neben der Hindin mit der vertieft geschnittenen Inschrift 
AIHOOFOYC. EH.  Die in grossen Buchstaben geschnittene lateinische In- 
schrift zJGAIYtIOPI über zwei verschlungnen Händen auf einem Carneol bei 
Winck. Descr. V, 221; Raspe 8120 kann natürlich nicht auf den Künstler des 
ersten Steins bezogen werden. 
Apollonios. 
Das Werk des Apollonios ist eines der wenigen, welche bei Köhler volle An- 
erkennung finden. Er sagt darüber S. 210: „Zu den ausgezeichnetsten tief ge- 
schnittenen Gemmen ist mit Recht immer gerechnet worden ein Amethyst vor- 
mals in der Farnesischen, jetzt Königlichen Sammlung zu Neapel, auf dem Ar- 
temis von Felsen umgeben, im hoch gegürteten Jagdkleide, den Köcher und 
Bogen auf dem Rücken, stehend und ausruhend vorgestellt ist, indem sie sich 
mit den Händen, von denen die Linke eine gesenkte Fackel hält, auf_einen 
Pfeiler stützt. Der längs der Fackel laufende Name des Steinschneiders Apol- 
lonios, AIIOAASBNIOY, ist sauber und auf keine Weise ängstlich geschnitten. 
An den Enden der Buchstaben befinden sich keine kleinen Kugeln.    Die
        

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