Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1202654
Gre1nn1enschneide1'. 
nächst und vorzugsweise um ein Beispiel: den Namen des Aätion vor dem 
Kopfe des Priamos. Wie ihn in der That Stephani auf den Besitzer bezieht, 
so muss ich gestehen, dass auch mir die Inschrift einen von den anderen 
Künstlerinschriften etwas verschiedenen Charakter zu haben scheint. Vielleicht 
hat dies darin seinen Grund, dass, sofern mich mein Gedächtniss nicht täuscht, 
die Buchstaben der Rundung des Steines folgen, während sonst überall die 
Künstlerinschriften eine gerade Linie bilden. 
Auch über dem Bilde ist auf vertieft geschnittenen Steinen bis jetzt kein 
Künstlername nachgewiesen, indem die Inschrift L-LIIUY über dem dionysischen 
Stiere auch aus anderen Gründen verdächtig ist. Ich wage nicht zu entscheiden, 
ob diese Bemerkung auf die Beurtheilung der Inschrift  über 
einer Biga Einfluss auszuüben vermag, indem das Bild zwar erhaben, die In- 
schrift jedoch vertieft geschnitten ist. 
Zweifelhaft erscheint es mir, 0b Inschriften im unteren Abschnitte eines 
Bildes oder unter dem Halse eines Kopfes auf den Künstler bezogen werden 
dürfen, indem auf diesen bevorzugten Platz zunächst der Besitzer Anspruch zu 
haben scheint. Allerdings giebt es ein sicheres Beispiel, die Inschrift (DHAIE 
EHOIEI im Abschnitte unter dem Bilde des Palladienraubes: aber sie steht nicht 
all ein an dieser Stelle und nicht in erster Reihe, sondern unter dem Namen des 
Besitzers. Ein zweites Beispiel, (YLIISZN EITOIEI unter einem Diomedes mit dem 
Palladium, ist auch in anderen Beziehungen manchem Verdacht unterworfen; und 
wie auf Gopien jenes Steines des Felix der Name an eine andere Stelle versetzt ist, 
so wäre es nicht unmöglich, dass in dem Original, welches diesem Diomedes zu 
Grunde liegen mag, der Name des Solon ebenfalls an einer andern Stelle, etwa 
auf dem auffallend leeren Raume vor der Figur gestanden hätte. So sind von 
Inschriften im Abschnitt unter Figuren, um nur noch einige Beispiele anzuführen, 
AEEOÄIOE EH, ferner FNAIOY unter dem Palladienraub, AYQIOC unter dem 
gefesselten Amor verdächtig; .11 YAOY und JEYKIOY finden sich unter Ge- 
spannen von unbedeutendem Kunstwerthe, und es bleibt daher zunächst nur 
die Inschrift ANTEPSXIYK? unter dem stiertragenden Herakles übrig, über 
welche unser Urtheil schwankend bleiben muss. Von Köpfen sonst bekannter 
Künstler sind der Serapis des Aspasios, die zwei sogenannten Augustusköpfe 
des Dioskurides nicht unverdächtig; der sogenannte Ptolemaeos des Aulus ist 
ein ziemlich rohes Werk; die Namen des Skylax unter einer Maske, der des 
Agathangelos (wenn echt) sind von anderen auf die Besitzer bezogen worden; 
I ÜNAIOU unter dem Kopfe des Herakles ist ein römischer Vorname und steht 
ausserdem im Nominativ.  Wenn daher die Richtigkeit des Satzes, von dem 
ich ausging, noch nicht gegen jeden Zweifel gesichert erscheint, so glaube ich 
doch, dass der Thatbestand es rechtfertigt, wenn ich ihn überhaupt der Er- 
örterung unterworfen habe. 
Bei Gelegenheit der Münzstempelschneider haben wir bemerkt, dass die- 
selben ihre Namen häufig an dem Bilde selbst, z. B. an einer Stirnbinde, einem 
Helme, angebracht haben. Ein ähnlicher Gebrauch lässt sich bei den geschnit- 
tenen Steinen nicht nachweisen. Die Inschriften AEEO_X, APJCIONOCY, ASQEAY, 
welche sich in solcher Weise finden, gehören gerade zu den verdächtigsten. 
Nur ein Beispiel, ILJIOC EUOIEI, könnte möglicher Weise echt sein, würde
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.