Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1202609
Die Kunst des Gemmenschneidens nimmt im Verhältniss zur Sculptur und 
Malerei einen untergeordneten Rang ein. es fehlt ihr der monumentale Charakter. 
Ein Theil ihrer Erzeugnisse, die erhaben geschnittenen Steine, die Gameen, 
dienen dem Schmuck und dem Luxus, ein anderer, die vertieft geschnittenen, 
wenigstens der grösseren Masse nach einem praktischen Gebrauche, nämlich 
zum Siegeln. Die Kleinheit des Maassstahes, verbunden mit der Schwierigkeit 
und Langwierigkeit der Technik, scheinen der freien Entfaltung des künstlerischen 
Genius Fesseln anzulegen und den Künstler aufzufordern, seinen Ruhm mehr 
in der Ausführung als in der Erfindung zu suchen. Aus diesen Umständen er- 
klärt es sich zur Genüge, dass in alter, wie in neuerer Zeit, die Gemmen- 
Schneider nur ausnahmsweise zu einem ausgebreiteten künstlerischen Ruhme 
gelangt sind. Die wenigen, in den schriftlichen Nachrichten des Alterthums 
überlieferten Namen genügen aber nicht einmal die Hauptpunkte einer Ge- 
schichte der Steinschneider festzustellen. Es fragt sich daher, ob sich diese 
Lücke auf anderem Wege ausfüllen lässt, nämlich durch die Betrachtung der- 
jenigen Werke, welche den Namen ihrer Urheber tragen. Dass es der Wissen- 
schaft obliegt, den Versuch zu machen, auch wenn nur geringe Aussicht für 
einen günstigen Erfolg vorhanden wäre, kann keinem Zweifel unterworfen sein. 
In dem vorliegenden Falle jedoch muss, ehe dieser Versuch unternommen werden 
darf, eine Vorbedingung erfüllt, nämlich das Material zu einer historischen Be- 
arbeitung erst vorbereitet, ja gewissermaassen erst gewonnen werden, gleich 
dem Metall, das in den Erzen vorhanden, aber von den Schlacken noch nicht 444 
geschieden ist. Und zwar handelt es sich hier, um es kurz zu sagen, um einen 
doppelten Lauterungsprocess, nämlich 1) um die Scheidung der Künstlerinschriften 
auf Gemmen von denen einer anderen Bedeutung, und 2) um die Scheidung 
der echten Arbeiten und lnschriften des Alterthums von den Fälschungen der 
neueren Zeit. 
Scheidung 
V Oll 
Gennnen 
Küustleriuschriften auf 
Bedeutung. 
VOll 
denen 
anderer 
Dass die alten Steinschneider, so oft sie ihre Namen auf ihre Werke 
setzten, wenn nicht feste Gesetze, so doch gewisse allgemeine Regeln befolgten, 
dürfen wir nach der Consequenz so mancher anderen Erscheinungen auf dem 
Gebiete der alten Kunst als gewiss voraussetzen und ist auch bisher allgemein
        

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