Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199768
Polygnotos 
und 
Zeitgenossen. 
seine 
steigen oder im Herabsteigen dargestellt War: Pl. 35, 59. Ob dies der ganze 
Inhalt des Bildes war, lässt sich nicht entscheiden.  
Wie wir oben die Polyxena dem Polygnot zugesprochen haben, S0 mllSSen 
wir auch eine Darstellung der Bestrafung des Salmoneus in der Unter- 
Welt um so mehr ihm ebenfalls zuerkennen, als in dem Epigrälmm, Welehes 
davon handelt 1), der Irrthum des Dichters sich dadurch deutlich verräth, dass 
Q1" als Vaterland des Künstlers Thasos, die Heimath des Polygnot, nicht des 
Polyklet anführt: 
{Yetg iis IIoÄvuÄstrov Oowiov xottisw eint (Yäxefvog 
Ealtiimvsilg, ßgovraig ög Artig dvreiidvvjv, 
(ig {JG xat siv Hfög izogäs? notÄi, xat _ue xegocvvoig 
ßdllsi, iuooiv tmv x06 Äocläuvra rüizuv.  
faxe Zsü ngqoriipcc, hätte xtiitmv eint ydg dnvovg 
ö 0x0nig' otiliüxoig sixöm, iui miläiist. 
 Während wir so dem Polyklet den Ruhm eines Malers entziehen mussten, 
Wlssen wir dagegen aus Plinius (34, 85), dass Polygnot auch als Bildhauer 
tüchtig war, wenn er auch durch kein einzelnes Werk eine besondere Berülirnt- 27 
heit erlangt hat 
 Endlich muss noch erwähnt werden, dass es nach Plinius (35, 122) von 
Pßlygnot auch schon Gemälde in enkaustischer Manier gab, einer Gattung der 
Malerei, die ihre weitere Ausbildung und damit eine weit verbreitete Geltung 
erst in einer späteren Periode erhalten hat.  
bietet Ueber die Stellung des Polygnot in der Entwicklungsgeschichte der Malerei 
 uns vor allem ein ausführliches Urtheil des Plinius 2) Aufschluss, und es 
äerdient dasselbe um so sorgfältiger erwogen zu werden, als es offenbar mit 
911 kurz vorhergehenden über Eurnaros von Athen und Kimon von Kleonae im 
etlgslell Zusammenhange steht 3). Es lautet: primus mulieres tralucida veste 
Eägitltlrtcapita bearum. mitris versicoloribus operuit plurumunique picturae prirnus 
rivorelv, slquidern instituit os adaperire, dentis ostendere, voltum ab. antiquo 
u; zwaaariare. Was hier als der Fortschritt des Polygnot angeführt wird, mag 
zu knüpfelfaäh dem hohen Begriffe von der Kunst, welchen wir an seinen Namen 
gewesen istp ßgßn, geringfügig erscheinen, weshalb man auch vielfältig bestrebt 
Um mir dah, den Worten des Plinius eine möglichst weite Deutung zu geben. 
mit besondelir den Weg zu einer. strengeren Auffassung zu bahnen, glaube ich 
hmg hinweise? Nachdruck auf einen allgemeinen Gesichtfpunkt der Beurthei_ 
schungen durchsu miissen, Welcher bis Jetzt zum Nachtheil dieser ganzen For- 
seinen Urtheilen  Illllcht genug hervorgehoben worden ist: Plinius guebt uns in 
dem eine Geschieht: t BIIIGGBSCDIClIlLB der inneren, gelstlgen Entwickelung: Son- 
Weitesten Sinne iß des eigentlich Malerischen in der Malerei, der Technik im 
nicht den geistigelilsFfern sie die gesanimten Mittel der Darstellung umfasst, 
von den Zeitoäenässe näialt des Dargestellten. Dies ist der Grund, weshalb er 
nicht völlig räoch bIt es Phidias, welche diesem in geistlger IBeZiehung, wenn 
-1 einalie ebenbürtig waren, so Wenig zu berichten weiss. Er 
i, 
1850, 
Append. 
136. 
Anthol. 
Pal. 
633. 
vgl 
Jahn 
Ber. 
sächs. 
Gesellsch.
        

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