Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1202305
Alphabetisches 
V erzeichniss. 
273 
Wegen der Erwähnung des Damoxenos und Adaeos konnte der Künstler 
nicht später als in den Beginn der alexandrinischen Epoche gesetzt werden! 
Erst nachträglich bin ich auf eine Stelle in Ovids Metamorphosen (XIII, 681 sqq.) 
aufmerksam geworden, in welcher ein Mischgefäss mit einer Darstellung der 
Todtenfeier der Menippe und Metioche beschrieben wird, das von Anius dem 
Aeneas geschenkt worden sei. Als Künstler desselben wird Alkon aus Mylae 
genannt. Die Gommentatoren dieser Stelle haben nun wegen dieser Erwähnung 
auch den Alkon bei Pseudo-Virgil und Athenäus für einen mythischen Künstler 
erklären wollen. Doch fragt es sich, ob nicht vielmehr bei Ovid ein Ana- 
chronismus vorauszusetzen ist. Der dargestellte Gegenstand ist durch den Zu- 
sammenhang der Erzählung so wenig motivirt, dass seine Wahl nur durch die 
Annahme erklärt wird: Ovid habe ein unter seinen Augen befindliches Kunst- 
werk beschrieben. Auch die Angabe der ziemlich unbedeutenden Vaterstadt 
des Künstlers (in Sicilien oder in Thessalien) spricht mehr für eine historische, 
als für eine mythische Persönlichkeit. Endlich aber haben ähnliche Anachro- 
nismen bei einem Dichter wie Ovid nichts Auffälliges. 
Antipater. 
Nach der früheren Schreibung des Textes bei Plinius (33, 155) ward Antipater 
nur kurz neben Calamis als einer der berühmtesten Gaelatoren erwähnt. Die 
bamberger Handschrift lehrt uns dagegen, dass ihm, nicht dem Stratonikos, 
jener Satyr beigelegt ward, von dem es in epigrammatischer Weise heisst, dass 
der Künstler ihn scheine: in phiala gravatum somno conlocavisse verius quam 
caelasse: also ein Werk, welches wegen seiner Naturwahrheit uns an den so- 
genannten barberinischen Faun in München erinnern muss. 
Apelles. 
"Einen Toreuten Apelles, einen sehr gelehrten Künstler, wie es scheint, findet 
man bei Athenaeus (XI, p. 488 G. D); er war ein Zeitgenosse des Asklepiades 
von Myrlea, den Vossius (de hist. gr. p. 118) unter Ptolemaeos Epiphanes, den 
Nachfolger des Ptolemaeos Philopator setzt, und der von Ol. 144-, 1 bis Ol. 14-7, 4 
(204-"181 v. Ch.) herrschte. Es beschäftigte sich dieser Toreut mit der Dar- 
stellung des vielbestrittenen nestorischen Bechers in der Ilias": Toelken in der 
Amalthea III, S. 128. 
Ariston, 4 
aus Mitylene, von Plinius (341, 85) auch unter den tüchtigen, aber nicht hervor- 
ragenden Bildhauern angeführt, scheint eines grösseren Rufes als Toreut sich 
erfreut zu haben: Plin. l. 1. und 33, 156. 
Athenokles 
Wird von Athenaeus zweimal als ausgezeichneter Toreut genannt: p. 781 E und 
782 B (1035 u. 1037 DindJ. 
Avianius Euander, s. Th. I, S. 382. 
Boethos.  
Ueber ihn, einen der berühmtesten Toreuten des Alterthums, ist bereits Th. I, 
S. 349 gehandelt worden. Hier sei zur Berichtigung nur bemerkt, dass die Er- 
Wähnung des Boethos in dem pseudovirgilischen Gedichte Gulex (v. 66) auf einer 
falschen Lesart beruht. Ueber die Bestimmung seiner Zeit vgl. die Einleitung 
Zu diesem Kapitel. 
Brunn, Geschichte der griechischen Künstler. II. 2. A113- 18
        

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