Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1202098
Architekten. 
mit Hülfe zahlreicher Kriegsgeiangenen neben andern Bauten auch vortreffliche 
Kloaken aus. Die Leitung dieses Unternehmens hatte ein Mann mit Namen 
oder Beinamen (ö npoaayopsvögasvug) Phaeax, und sein Werk erfreute sich eines 
solchen Beifalls, dass bei den Agrigentinern die Kloaken nach ihm cpaiocxsg ge- 
nannt wurden: Diod. XI, 25.  
Phileos, s. 
Philokles, 
Pythios. 
aus dem Demos Acharnae, war der Architekt des Erechtheum zufolge der Bau- 
rechnung vom vierten Jahre der 92sten Olympiade: G. J. gr. n. 160. Dass er, 
und nicht Archilochos (w. m.  der eigentliche Architekt war, geht daraus 
hervor, dass er nicht, wie dieser, einen geringen Lohn erhält, sondern als Mit- 
glied der obersten Bauhehörde zwischen den äruaroi-rat und dem ypanparsüg 
genannt wird. 
Philon 
muss einer der berühmtesten Architekten gewesen sein, da er von Varro in seine 
IIebdomas aufgenommen wurde (bei Auson. Mosell. 303). Aus Vitruv (VII, praef. 
12) erfahren wir zunächst nur, dass er über die Symmetrien heiliger Gebäude 
und über das Arsenal, Welches er im Peiräeus gebaut hatte, Schriften hinter- 
liess. Von der ersteren findet sich auch eine Erwähnung bei Pollux (X, 188): 
äv yoüv 1,1] 1'017 11205 rtonjnsu, Üv (Diloav  Oedöwpug (a1. Hnrllldöavpog) ouväävgxe, 
yäygartran, xvvörilovg Öä äÄäTCO {uydv äxaorov. Sein Ruhm gründet sich aber 
auf den Bau des Arsenals (fönloärjxn, armamentarium). Er selbst hatte in be- 
redter Rede dem Volke die Vortheile der Anlage dargelegt und es dadurch erst 
zur Ausführung derselben bestimmt: Cic. de or. I, 14; Valer. Max. VIII, 12. 2; 
Philodem. de rhetor. col. XII. Dieses bewundernswerthe Werk war zur Auf- 
nahme von mehreren hundert Schiffen eingerichtet. Plinius (7, 125) spricht so- 
gar von tausend; Strabo (IX, 395) giebt vierhundert an. Die Zeit der Erbauung, 
und somit auch die des Künstlers, über welche Sillig ungewiss ist, lässt sich 
noch ziemlich fest bestimmen. Zuerst berichtet nemlich Vitruv (VII, praef. 17), 
dass zur Zeit des Demetrios Phalereus Philon an das Telesterion zu Eleusis 
(s. Iktinos und Koroebos) eine Vorhalle angebaut, und dadurch nicht nur für 
die Bequemlichkeit der Eingeweihten gesorgt, sondern auch das Ansehen des 
Gebäudes bedeutend gehoben habe. Die politische Wirksamkeit des Demetrios 
aber fällt in die 114te bis 118te Olympiade. Speciell auf den Bau des Arsenals 
bezieht sich eine andere Nachricht bei Plutarch (Vitt. X. Orat. Lycurg. p. 841 D), 
der zufolge Lykurg während seiner Finanzverwaltung, also um Ol. 110ß112, 
dasselbe vollenden liess: vjttisoytz nagalozßcdv ruüg rs vemouiutivg xai rrfv oxsvo- 
Ürfxnv    ägstpydourn xai änsrälsas. Sonach ist Philon ein Zeitgenosse Alexan- 
ders, welchen er jedoch um eine Reihe von Jahren überlebte. Sein Werk be- 
stand nicht viel länger als zwei Jahrhunderte: Sulla verbrannte 86 V. Chr. mit 
andern Gebäuden des Peiräeus auch das Arsenal: Appian, bell. Mithr. 41; Plut. 
Sulla 14.  Aus diesen Erörterungen ergiebt sich nun von selbst, dass Philo aus 
Byzanz, welcher etwa 150 v. Chr. lebte und mehrere zum Theil noch erhaltene 
Bücher über Mechanik und Kriegsmaschinen schrieb, nicht mit dem von Auso- 
nius als Cecropius, also als Athener bezeichneten Erbauer des Arsenals ver- 
wechselt werden darf.
        

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