Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1202071
Architekten. 
reliq. com. att. p. 12, 18). Bei einem Manne von solchem Charakter erscheint 
es durchaus begreiflich, dass er, auch ohne Architekt von Fach zu sein, doch 
Bauunternehmer wird. Welchen Umfang übrigens die Baulichkeiten der als Te- 
menos bezeichneten Anlage hatten, sind wir zu bestimmen ausser Stande. 
Mnesikles 
war der Architekt der Propyläen auf der Akropolis zu Athen. Sie wurden nach 
Philochoros (bei Harpokrat. s. v. Uoiwrtülata) O1. 85. 4 begonnen und nach Helio- 
dor (ebendas) und Plutarch (Pericl. 13) in einem Zeitraume von fünf Jahren 
und mit einem Kostenaufwande von 2012 Talenten vollendet. Dass man mit 
Unrecht den Mnesikles mit einem beim Bau fast verunglückten und wunderbar 
geheilten Sklaven des Perikles hat identiiiciren wollen, ist schon Thxl, S. 186 
bemerkt worden.  Unterhalb der Propyläen hat sich ein Architrav mit einer 
Inschrift eingemauert gefunden, welche nach der Abschrift Baoul-Rochettes 
(Lettre a Mr. Schorn, p. 862) so lautet:  
ÄINHEIKAHEEHIKtMTOYOINAIOE     [IIVIÜITPOHIJOEN-Lilil- 
MHTPIKAIKOPI-IIANEOHKEN. 
Die Schrift ist jünger, als das perikleische Zeitalter, und sollte die Inschrift 
also auf den bekannten Architekten bezogen werden, so müsste eine spätere 
Wiederherstellung derselben angenommen werden. Doch ist der Name keines- 
wegs so selten in Athen, dass dies ohne Weiteres nothwendig wäre. 
Mustius, 
Architekt zur Zeit des jüngeren Plinius. Dieser wendet sich (IX, 39) an ihn 
mit dem Auftrage, für die Vergrösserung, resp. den Neubau eines Cerestempels 
auf seinen Gütern vier Säulen nebst Marmor zu den Fussböden und Wänden 
zu besorgen, und ausserdem ihm den Plan zu einer Halle zu entwerfen, welche 
wegen Enge des Raumes nicht um den Tempel herum, sondern in seiner Nähe 
errichtet werden müsse, indem er gerade in dem Anpassen eines Planes an die 
Eigenthümlichkeit bestimmter Oertlichkeiten besonders geschickt sei. 
G. Mutius,  
der Architekt des Tempels des Honos und der Virtus zu Rom, eines Peripteros 
ohne Posticum, d. h. ohne die hintere Halle, „welcher, wenn er von Marmor 
gebaut gewesen, so dass er ebenso, wie hinsichtlich der Feinheit der Kunst, 
auch in Betreff der Pracht und des Aufwandes Ansprüche machen könnte, unter 
den ersten und vorzüglichsten Bauwerken genannt werden würde": Vitr. VII, 
372 praef. 17; III, 2, 5. Das Beiwort, durch welches Vitruv in beiden Stellen den 
Tempel näher bezeichnet, ist in den Handschriften vielfach verderbt: III, 2, 5 
bieten sie allerdings mit nur geringen Abweichungen ad Mariana; VII, praef. 17 
dagegen marianae, malinianae, maximianae, marimianae, marinianae, marmia- 
nae, malinianae u. a. Da uns nun besonders der Tempel des Honor und der 
Virtus bei der Porta Gapena bekannt ist, welcher von Marcellus in der Schlacht 
bei Glastidium gelobt und siebzehn Jahre später von seinem Sohne geweiht 
ward (vgl. Schneider zu Vitruv III, 2, 5; Becker, röm. Altth. I, S. 510), so hat 
namentlich Marini in den Text des Vitruv Marcellianae aufnehmen wollen. Allein 
wir haben positive Nachrichten über einen denselben Gottheiten von G. Marius 
geweihten Tempel, wenn sich auch seine Lage nicht mehr genau bestimmen 
lässt (s. bes. Orelli inscr. 543; Festus p. 344 M, Schol. ad Gic. pr. Planc. 32;
        

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