Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201999
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Die 
Architekten. 
soll, so kann die neue Stadt, in welcher sich der Tempel der Artemis Leuko- 
phryne befand, erst nach dieser Zeit gegründet. sein. Von diesem selbst nun 
sagt Strabo aus, er stehe. in der Grösse unter allen asiatischen nur dem ephe- 
sischen Artemis- und milesischen Apollotempel nach, übertreffe dieselben aber 
in der Eurythmie und der Kunst der Ausführung. Das günstige Vorurtheil, 
welches dadurch für den Künstler erweckt wird, findet seine weitere Bestätigung 
durch eine Angabe Vitruvis, der ihm (lll, 3, 8) die Erfindung des Eustylos und 
des Pseudodipteros hexastylos beilegt: eas autem symmetrias (eustyli) constituit 
Hermogenes, qui etiam primus invenit hexastylon pseudodipteri rationein (so 
für pseudodipterive nach einer Vermuthung Lorentzen's: Ann. d. J. 1854-, 
p. 72 sqq.). In beiden Erfindungen aber erkennt Vitruv in seinen weiteren, 
wahrscheinlich den Schriften des Ilermogenes entnommenen Ausführungen ein 
bedeutendes künstlerisches Verdienst, welches auch dadurch nicht geschmälert 
wird, dass es sich nicht um eigentliche Erfindungen handelt, sondern wir die 
Worte Vitruv's nur von der Vervollkommnung oder Durchbildung älterer Kunst- 
formen verstehen dürfen. Noch an einer andern Stelle geht er auf ihn als 
Ilauptgewäthrsmann zurück. Er berichtet nemlich (IV, 3), dass sich einige ältere 
Architekten gegen die Anwendung der dorischen Ordnung für Tempelbauten 
ausgesprochen hätten; so Tarchesius (Argelius) und Pythios, so namentlich Her- 
mogenes. Dieser habe sogar, als zu Teos das Material für einen dorischen Bau 
schon bereit lag, es verändern lassen und den Tempel des Dionysos in ionischer 
Ordnung aufgeführt; nicht sowohl weil es der dorischen an Schönheit und Wlttrde 
gebreche, sondern weil sie in der Eintheilung der Triglyphen und Decken mannig- 
fache Schwierigkeiten und lnconvenienzen darbiete, was im Einzelnen nach- 
gewiesen wird. Sonach erscheint in Allem Hermogenes als einer der vorzüg'- 
ilichsten Meister der Architektur auf der Stute hoher Vollendung und Durch- 
bildung.  Um nun noch einmal die Nachrichten über seine Werke kurz zu- 
sammenzufassen, so War der Tempel des Dionysos ein eustylos, hexastylos und 
peripteros von ionischer Ordnung; vgl. lonian Antiqq. I, ch. I; Ghoiseul-Gouffier, 
pl. 124; Hirt Gesch. d. B. II, 66; der Tempel zu Magnesia dagegen ein ionischer 
pseudodipteres hexastylos; vgl. Leake, Asia minor p. 349; Texier descr. de l'Asie 
min. llI, p. 40; Raoul-Rochette im Journ. des Savants, 1845, Oct. Nov.; Lorentzen 
a. a. O., dessen Aufsatz ich leider zu spät erhalten habe, um ihn durchgreifend 
benutzen. 
Hermokreon, 
Hermolykqs. 
Auf Her Rückseite eines 
ionischen Pilasterkapitäls 
zu Telmessos 
in Lykien 
fand 
man den Namen: 
in welchem man 
einen 
E PZII 0A YKO Y 
Architekten hat erkennen 
wollen 
4200. 
Hermon. 
„Das Schatzhaus für die Epidamnier zu Olympia errichteten Pyrrhos und seine 
Söhne Lakrates und Hermon": Paus. Vl, 19, 8. Die Weihgeschenke in dem- 
selben Waren aus alter Zeit, Werke des Theokles, eines Schülers des Dipoenos 
und Skyllis.
        

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