Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201951
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Architekten. 
Spirat enim tecti testudine Corus achates 
Afflatamque trahit ferrato crine puellam. 
Um hier zuerst von der Erwähnung der Pyramide zu sprechen, so ist 
diese Nachricht schon deshalb auffällig, weil wir von Pyramidenbauten in der 
Zeit der Ptolemäer überhaupt nichts wissen. Böcking in der zweiten Ausgabe 
der Mosella (Jahrb. d. rhein. Alterthumsfreunde VII) möchte daher lieber an den 
Obelisken denken, welcher nach Plinius (86, 67) von Ptolemaeos Philadelphos 
im Heiligthum der Arsinoe aufgestellt wurde. Doch würde auf diesen keine An- 
Wendung finden, was Ausonius von dem Schatten bemerkt; und ausserdem legt 
Plinius wenigstens den Transport dieses Obelisken nicht dem Deinokrates, son- 
dern dem Satyros oder Phoenix bei. Wir vermögen daher über diese Nachricht 
des Ausonius keine bestimmte Entscheidung zu geben. Ueber den Tempel der 
Arsinoe spricht auch Plinius 34-, 14-8: „Mit Magnetstein hatte der Architekt Ti- 
mochares zu Alexandrien den Tempel der Arsinoe zu wölben begonnen, damit 
in ihm ein Bild aus Eisen in der Luft zu hängen scheine; doch kam sein Tod 
dazwischen und der des Königs Ptolemaeos, der dies seiner Schwester zu er- 
richten befohlen hatte." Als Werk des Ptolemaeos Philadelphos wird der Tempel 
der Arsinoe auch sonst bezeichnet; vgl. Valckenaer ad Theocr. Adon. p. 355 B. 
Die Erzählung von dem schwebenden Bilde, mit welcher Böcking eine Trierer 
Sage passend vergleicht, mag in soweit auf Wahrheit beruhen, als der Architekt 
354 selbst vielleicht an die Möglichkeit der Ausführung glaubte; doch ward nach 
Plinius sein Werk nicht vollendet. Wichtiger für uns ist die chronologische 
Frage: Philadelphos starb in der 133sten Olympiade und der Tod des Archi- 
tekten scheint nach Plinius ziemlich in dieselheZeit zu fallen; Alexandria da- 
gegen ward Ol. 112, 1 gegründet. Der Erbauer dieser Stadt und der Architekt 
des Tempels der Arsinoe können daher unmöglich eine Person sein. Doch 
wäre es wiederum auffällig, bei Ausonius unter den bedeutendsten Architekten 
nicht den berühmten Deinokrates, sondern einen wenig bekannten Dinochares 
oder nach Plinius Tirnochares angeführt zu finden. Unter diesen Umständen 
wird eine Entscheidung schwer und wir werden zu dem Verdachte gedrängt, 
dass schon im Alterthume eine Verwirrung; in der Ueberlieferung entstanden 
sei, indem man Nachrichten über Bauten des zweiten Ptolemäers fälschlich auf 
den bekannten Deinokrates übertragen haben mochte.  Ueber die angebliche 
Inschrift des Deinokrates auf der sogenannten Pompeiussäule zu Alexandrien 
vgl. Böckh C. J. gr. n. 4681. 
Demophilus, 
einer der weniger bedeutenden Schriftsteller über Symmetrie: Vitr. VII, praef. 141. 
Dextrianus 
war der Architekt, welcher unter Hadrian den Koloss des Nero von seiner ur- 
sprünglichen Stelle versetzte, um Raum für den Tempel der Venus und Roma 
zu gewinnen: Spartian. Hadr. 19. Die Schreibung; des Namens ist nicht voll- 
kommen sicher; doch hat unter den vorgeschlagenen Formen (Decrianus, De- 
triailus, Dentrianus oder Demetrianus) wohl Dextrianus die meiste Wahrschein- 
lichkeit für sich. 
Dio 
einem 
Auf 
den 
Ruinen 
der 
alten 
Stadt 
Capena 
gefundenen, 
vielleicht 
einem
        

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