Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201789
Historischer 
Ueberblick. 
Krieges vollendete Tempel zu Phigalia doch a.ls sein Werk bezeichnet wird. 
lhm zunächst an künstlerischem Buhme steht Mnesikles; zwar wird ihm nur 
ein einziges Werk beigelegt, allein dieses eine, die Propyläen, gehört zu den 
vollendetsten, welche wir kennen. Unbestimmter sind unsere Nachrichten über 
den Urheber des dritten bedeutenden Bauwerkes auf der Akropolis, des Erech- 
theum. Archilochos, welcher um geringen Lohn arbeitet, kann als Architekt 
natürlich nur eine untergeordnete Stellung eingenommen haben. Aber auch 
hinsichtlich des Philokles, welcher in der Rechnungsablage neben den Magi- 
straten genannt wird, kann es zweifelhaft erscheinen, ob er nicht vielmehr als 
öffentlicher Beamter zu betrachten ist, denn als eigentlicher Urheber des Planes 
und Leiter des Baues. Vollendet ward das Erechtheum erst während des pelo- 
ponnesischen Krieges, durch dessen unglücklichen Ausgang nicht weniger die 
Macht des Staates als die Blüthe der Kunst für längere Zeit gebrochen wurde. 
Blicken wir auf das übrige Griechenland, so mögen die Tempel von Delphi 
und Olympia erst in dieser Zeit vollendet worden sein: wenigstens erhielten 
sie jetzt erst ihre letzte Zierde durch Werke der Sculptur. Von bedeutenden 
Tempelbauten, ausser dem phigalischen, wird sonst nur einer namhaft gemacht, 
der der argivischen Hera, welcher nach dem Brande Ol. S9, 2 von einem ein- 
heimischen Künstler, Eupolemos, ausgeführt ward. Der Tempel der Athene 
Ghalkioikos zu Sparta, das Werk des Gitiades, scheint mehr wegen seines 
plastischen Schmuckes, als wegen seiner architektonischen Vollendung merk- 
würdig gewesen zu sein.  Ausserdem mögen hier noch Antiphilos, Po- 
thaeos und Magakles als Erbauer eines Schatzhauses unmittelbar nach den 
Perserkriegen angeführt werden. 
Die stylistischen Grundformen für diese Bauten waren bereits in der früheren 
Zeit gegeben; und es verdient in dieser Beziehung nur Beachtung, dass jetzt 
der ionische Styl auch in Attika Eingang findet. Der Fortschritt der Ent- 
wickelung zeigt sich zunächst in der feineren Durchbildung der einzelnen Glie- 
der, wovon uns namentlich die athenischen Bauten die glänzendsten Beweise 
gewähren. Sodann aber offenbart sich die Schöpfungskraft eben dieser attischen 329- 
Kunst in der Benutzung und Verwendung der bereits bekannten Formen zur 
Lösung von Aufgaben, welche durch besondere praktische oder religiöse Zwecke 
oder durch locale Verhältnisse ein Abgehen von den gewöhnlichen Dispositionen 
nöthig machen. Von dieser Art sind die Propyläen, das Erechtheum, das Tele- 
sterion zu Eleusis, also Werke, welche gerade zu den berühmtesten dieser 
Periode gehören.  
Aber noch andere Forderungen durchaus neuer Art stellte diese Zeit. In 
die Periode der Perserkriege fällt die Ausbildung der dramatischen Poesie, und 
mit ihr geht die Ausbildung des Theaterbaues Hand in Hand. Die Aus- 
schmückung der Scene ist zunächst mehr Aufgabe der Malerei: hier erwirbt 
sich zuerst Agatharchos Ruhm, und zur [ürgrtindung der hierbei in Betracht 
kommenden optischen Gesetze wirken, ohne selbst Künstler zu sein, Demokrit 
und Anaxagoras auf wissenschaftlichem Wege. Doch begegnen wir etwas später 
auch der Vereinigung des Architekten und Scenenmalers in einer Person, in 
der des Kleisthenes, Vaters und in seiner Kunst auch Lehrers des Philo- 
sophen Menedemos. Hinter der Ausbildung der Scene blieb aber die der
        

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