Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199689
Zweifel" 
Abschnitt. 
Polygnotos 
und 
seine 
Zeitgenossen. 
Polygnotos. 
"Polygnot, Sohn und Schüler des Aglaophon, stammte von der Insel 
Thasos, erhielt aber das athenische Bürgerrecht zum Danke dafür, dass er die 
Poekile, oder nach Andern die Gemälde im Theseion 1) und Anakeion unent- 
geltlich gemalt hatte." S0 berichtet Harpokration, und nach ihm Suidas und 1-3 
Pliotius 2) aus der Rede LykurgPs nagt njg Tsgeiag; und daraus erklärt es sich, 
Weshalb Theophrast bei Plinius a) den Polygnot Atheiier nennen konnte, während 
er auch anderwärts immer Thasiei- heisst.  Ueber die Zeit seiner Thätigkeit 
bemerkt Plinius 4) nur allgemein, dass sie vor Ol. 90 zu setzen sei. Doch stehen 
uns ausserdem andere weit hestimmtere Angaben zu Gebote. So werden wir 
Zuerst durch den Umstand, dass für das eine Bild in der Lesche zu Delphi 
Sinionides die Inschrift dichtete, mindestens bis auf Ol. 78, 2, das Todesjahr 
des Dichters, zurückgeführt. Ja, da Simoiiides schon Ol. 75, 4 nach Sicilien 
ging", Ohne von dort wieder nach Griechenland zurückzukehren, so hat Letroiine i") 
daraus Sogar folgern wollen, dass die delphischen Gemitlde selbst vor diesen 
Zeitpunkt zu setzen seien. Doch ist zur Abfassung des Epigrainmes die Gegen- 
wart des Dichters in Delphi nicht nothwendig vorauszusetzen. Immer aher mag 
die Thätigkeit, des Polygnot bald nach den Perserkriegen begonnen haben und 
dasldelphische Gemälde eines seiner ersten umfangreichen Werke gewesen sein, 
durch welches sich sein Ruhm über ganz Griechenland verbreitete und die Auf- 
mfrkßümkeit des Kimoii auf die Person des Künstlers gelenkt wurde. Denn 
mit der Staatsverwaltu-ng des Kimon hängt die Thätigkeit des Polygnot in Athen 
aPf das Engste zusammen; und der Künstler scheint zu dem Staatsnianne in 
33221111 ähnlichen Verhältnisse gestanden zu haben, wie Phidias zu Perikles. In 
Annalsäll Jahre er nach Athen gekommen sei, darüber mangreln freilich positive 
Welfdenll-ddlocli verdienen vor allem zwei Zeitpunkte in Detracht gezogen zu 
des Kühstlle nemlich, welche uns durch die Gegenwart des Kimori in der Heimath 
von Sk Tom's gegeben sind. Ol. 77, 2 führte KIITIOIIICIIG Gebeine des Theseus 
Uefaueni I: liaßh Athen; Ol. 79, 2 unterJochte er die von den Athenern ab- 
Eau des T1 Se Thasos aufs Neue G). Da nun aber die Versetzung der Gebeine den 
Ausschmüclliäsöustempels zur unmittelbaren Folge hatte, und Polygnot zu dessen 
Annahme dungä mit Gemälden thätig; war, so bietet sich uns von selbst die 
b f a1", ass Iiinion den Künstler schon damals und sogleich für diesen 16 
es immten Zweck mit sich nach Athen geführt habe. Seine nahen Beziehungen 
m 
 1) D353 für 917cm uQqÜ zu lesen sei Oqrräwg föglß oder 91105115), wird jetzt wohl allgemein 
flntqrkannt. _2) s. v. Ilolüyuw-rog. 3) 7, 205. 4) 35,  5) Lettres d'un antiquaire ä un 
"u lstev P- 4-72. 6) Vgl. Clinton fasti  a.
        

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