Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201645
Die Maler 
Zeit 
Herrschaft. 
nischen 
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nämlich in der Toga, obwohl auf den Gerüsten stehend. Der Kerker seiner 
Kunst war das goldene Haus (des Nero), weshalb sich sonst nicht viele Stücke 
von il11n finden": Plin. 35, 120. Der Name des Künstlers ward früher Fabullus 
geschrieben. Ferner Endet sich nach floridus in den Handschriften noch ein 
Wort, in der besten umidus, in den schlechtern stufenweise bis zu hmnilis, 
humilis rei verderbt. Umidus, d. h. humidus, giebt keinen passenden Sinn. 
Will man daher das ganze Wort nicht für eine Interpolation halten, was Sillig 
nicht ohne Wahrscheinlichkeit vermuthet, so entspricht noch am meisten den 
Spuren der Handschriften die v. Jan'sche Conjectur: et tumidus, wodurch dem 
Künstler ein gewisser Schwulst, ein Uebermaass blühenden Styls laeigelegt 
würde, wie z. B. von einigen dem Gicero hinsichtlich der Sprache: QuintiLXlI, 10, 12. 
Freilich brauchte auch dieses Wort nicht ursprünglich von Plinius herzurühren, 
sondern könnte ein Glossem zur näheren Erklärung von floridus sein. Was 
seine Minerva anlangt, so ist keineswegs, wie nach Durand Sillig annimmt, an 
eine schielende Bildung zu denken. Bildnisse, welche der Künstler so autfasst, 
dass der Dargestellte ihm selbst scharf ins Auge blickt, werden, richtig durch- 
geführt, stets dieselbe Wirkung üben. 
Gornelius Pinus und Attius Priscus. 
„Nach dem eben Genannten standen in Ansehen Gornelius Pinus und Attius 3( 
Priscus, welche den Tempel der Honos und Virtus bei der Wiederherstellung 
durch Vespasian malten; Priscus nähert sich mehr den Alten": Plin. 35, 120. 
Hiermit schliesst Plinius, und wir mit ihm, die Reihe der einigermassen 
bedeutenden römischen Maler. Allerdings wissen wir von einer ganzen Reihe 
von Kaisern, dass sie sich mit Malerei beschäftigten, so von N ero (Suet. Nero 52; 
Tacit. ann. XIII, 3; Dio Chrysost. LXXI, p. 381 ed. Reiske), Hadrian (Dio 
(lass. 89, 3 u. 4; Suidas s. v.; Spartian c. 14; Aur. Vict. epit. c. XIV, 2), Marc 
Aurel (Capitolin. c. 4), Alexander Severus (Lamprid. c. 27), Ela-gabal 
(Lamprid. c. 30; Herodian V, 5), Valentinian (Amm. Marcell. XXX, 9, 4; 
Aur. Vict. epit. c. XLV). Aber wir werden ihnen deshalb doch nicht einen Platz 
unter den Künstlern, sondern nur unter den Dilettanten einräumen. 
Ausser den eigentlich römischen sind nur noch wenige andere Maler aus 
der Kaiserzeit bekannt: 
Alexandros.  
Sein Name: JLzIEEANAPOE 
AOHNAIOE 
EITAIIPEN (so, nicht äygocipsv) 
ßndet sich auf einer Umrisszeichnung auf Marmor, welche mit drei andern voll- 
kommen ähnlich behandelten, also wohl ebenfalls von seiner Hand herrührenden, 
im Jahre 17416 zu Resina entdeckt wurde, und daher nicht jünger als der Aus- 
bruch des Vesuv unter Titus sein kann: C. J. Gr. 5863; Mus. Hercul. I, 1-4. 
Wie wir aber in der Soulptur durch zahlreiche Beispiele eine Nachblüthe der 
attischen Kunst in Rom nachzuweisen vermochten, so dürfen wir auch diesen 
Alexandros zu einem ähnlichen Beweise hinsichtlich der Malerei benutzen, in- 
dem die Reinheit und der Adel seines Styls bei der durch die Linearzeichnung
        

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