Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201623
Maler 
Zeit 
der römischen 
Herrsch: 
205 
in grösserer Zahl von dort nach Rom. Unter den Malern ist das älteste uns 
bekannte Beispiel Metrodor, von dem bereits gesprochen worden ist. Reich- 
lich ein halbes Jahrhundert später (etwa 100 v. Ch. G.) finden wir: 
Jaia, Sopolis und Dionysios, Serapion. 
„Jaia 1) aus Kyzikos, die ihr Leben lang Jungfrau blieb, malte zur Jugendzeit 
des M. Varro zu Rom mit dem Pinsel sowohl, als mit dem Gestrum auf Elfen- 
bein vorzüglich Frauenportraits, zu Neapel eine Frau auf einer grossen Tafel; 
auch ihr eigenes Bild nach dem Spiegel. Keiner hatte eine schnellere Hand in 
der Malerei; ihre Kunst aber War so gross, dass sie ihre Arbeiten theuerer be- 
zahlt erhielt, als die damals berühmtesten Portraitmaler Sopolis und Dionysios, 
von deren Gemälden die Pinakotheken voll sind": Plin. 85, 1417. Varro war 
638 d. St, 116 v. Ch. G. geboren. Wahrscheinlich bezieht sich auf diesen 
Dionysios eine andere Stelle des Plinius, in welcher er im Gegensatz zu Se- 
rapion erscheint: „Ganz anders verhält es sich mit Serapion, dessen Gemälde, 305 
wie Varro sagt, alle Balcone (Maeniana) unter den alten Hallen (sub veteribus, am 
Forum) bedeckte. Er malte Scenen ganz vortrefflich, konnte dagegen keinen 
Menschen malen; dagegen malte Dionysios nichts anderes als Menschen, und 
erhielt daher den Beinamen Anthropographos": Plin. 35, 113. Der griechische 
Beiname für einen Künstler, der doch, wie es scheint, zumeist in Rom arbeitete, 
kann allerdings einigermassen auffallen; und da nach Aristoteles Dionysios, 
der Zeitgenosse des Polygnot, seine Menschen ndnoiovg sixaie", so hat man 
wohl auf ihn jenen Beinamen beziehen wollen. Allein dieser war keineswegs. 
ein Portraitmaler, und nur auf einen solchen, der wirkliche Menschen abbildet, 
scheint der Beiname zu zielen, wie z. B. auch dväocarcorrotög bei Lucian (Phi- 
lops. 18). Dazu müssen wir den Zusammenhang der Stelle bei Plinius ins 
Auge fassen: sie ist zwischen die zusammengehörige Erulähnung der Kleinmaler 
Peiraeikos und Kallikles u. s. w. aus Varro eingeschoben, bildet aber selbst ein 
zusammengehöriges Ganze. Eben darum aber glaube ich nicht, dass hier Se- 
rapion, ein Künstler der römischen Zeit, mit einem Zeitgenossen des Polygnot 
Zusammengestellt werden würde, wogegen es durchaus angemessen erscheint, 
wenn Varro seine eigenen Zeitgenossen unter dem Gesichtspunkte des Gegen- 
satzes mit einander verbindet. Das Gemälde des Serapion hat offenbar an dem 
von Plinius angegebenen Orte keine bleibende Aufstellung gefunden, sondern 
diente nur zur zeitweiligen Verherrlichung einer Festlichkeit oder eines Triumphes, 
ähnlich denen, von welchen Plinius mehrfach (z. B. 35, 22 u. 52) spricht.  
Dass Sopolis noch im Jahre 700 d. St. eine Art Malerschule in Rom hatte, geht. 
aus einem in diesem Jahre geschriebenen Briefe des Cicero hervor, in welchem: 
Antiochus Gahinius 
„einer von den Malern des Sopolis, Freigelassener und accensus des Gabinius", 
erwähnt wird: ad. Att. IV, 16. 
Ueher Tlepolemos, den Spürhund des Verres, s. Th. l, S. 4'241. 
Arellius, 
"kurz vor Augustus in Rom, würde mit Becht berühmt sein, wenn er nicht 
1) Für Jaia, was die Bamberger Handschrift statt der 
Schlägt Schneidewin (Gött. gel. Anz. 1849, S. 1820) Laia zu 
da Jala doch nur als it-alische Nebenform nachweisbar ist. 
früheren Lesart Lala bietet, 
lesen vor, wohl mit Recht,
        

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