Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201558
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Maler. 
Die 
Später führt ihn Plinius unter den einer flüchtigen Erwähnung würdigen Künst- 
lern nochmals an: ä 14-6. Die Nachlässigkeit des Plinius erklärt sich wahr- 
scheinlich aus der Verschiedenheit der Quellen, welche er benutzte, indem z. B. 
die erste Erwähnung dadurch veranlasst erscheint, dass unmittelbar vorher ein 
anderer Künstler aus dem Norden Griechenlands angeführt wird, nemlich: 
Athenion 
aus Maroneia in Thrakien, ein Schüler des sonst unbekannten Glaukion von 
Korinth. Von ihm sagt Plinius (35, 134), dass er mit Nikias verglichen und 
zuweilen diesem sogar vorgezogen werde; er sei düsterer in der Farbe; doch 
habe diese Düsterheit etwas angenehmes, indem nemlich aus dem Gemälde selbst 
die grosse Kenntniss hervorleuchte. Wäre er nicht in seiner Jugend gestorben, 
so würde ihm niemand verglichen werden. Er malte im Tempel zu Eleusis den 
Phylarchos, zu Athen eine Versammlung: frequentiam quam vocavere syngenicon, 
ferner Achilles im Jungfrauenkleide verborgen und Odysseus, der ihn ertappt; 
und auf einer Tafel sechs Figuren, und wodurch er besonders berühmt ward, 
das Bild eines Reitknechtes mit dem Pferde. Um zuerst vom Texte des Plinius 
zu sprechen, so glaube ich, dass die sechs Figuren auf einer Tafel die Er- 
klärung zu der vorhergenannten frequentia bilden, sei es, dass die Worte „in 
una tabula VI signa" an falscher Stelle vom Rande in den Text aufgenommen, 
oder dass die Erwähnung des Gemäldes des Achilles erst bei Gelegenheit einer 
zweiten Redaction eingeschoben wurde.  Eine Darstellung der Verkleidung; 
295 des Achill beschreibt der jüngere Philostratos  doch fehlen uns positive Be- 
weise, welche dieses Bild oder auch irgend eines der in Pompeji entdeckten- 
(vgl. Overbeck: heroische Bildw. S. 292) mit dem Originale des Athenion in 
Verbindung zu setzen erlaubten.  Ueber frequentia, s. oben unter Pamphilos. 
 Was Phylarchos anlangt, so keimen wir allerdings einen Mythen- und Ge- 
schichtsschreiber, welcher nach Vossius (de hist. gr. I, c. 17) noch O1. 155 am 
Leben war. Wäre es dieser, Welchen Athenion gemalt hatte, so würde er mit 
Heraklides und Metrodor gleichzeitig sein, neben denen er bei Plinius erscheint. 
Allein Preller (Dem. u. Pers. S. 376) bemerkt mit Recht, dass Phylarchos eb-en 
so wohl einen Obersten der Reiterei bezeichnen könne. Indem er dabei auf 
den Vergleich des Athenion mit Nikias hinweist, macht er darauf aufmerksam, 
dass Pausanias (I, 26, 3) einen athenischen Führer Olympiodoros zur Zeit des 
Kassander erwähnt, welcher sich namentlich in einem Treffen gegen die Make- 
donier bei Eleusis auszeichnete und deshalb unter anderen durch ein Bild an 
diesem Orte geehrt wurde. Obwohl die Zeit des Treffens nicht genau angegeben 
ist, so lässt sich doch daraus, dass Kassander Ol. 121, 1 stirbt und unter 
Ol. 121, 3 ein Archon Olympiodor angeführt wird, der Schluss ziehen, dass 
Athenion um Ol. 120, als ein etwas jüngerer Zeitgenosse des Nikias in der 
Kunst thätig gewesen sein mag. 
Rückblick. 
Die Thatsache, dass unsere Nachrichten über die Malerei während der 
Periode der Diadochen äusserst dürftig sind, wird von vorn herein uns minder 
auffällig sein, wenn wir uns erinnern, dass wir hinsichtlich der Bildhauerei
        

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