Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201532
Maler. 
welchem er ein Paar Rosse darstellte, welche ihr Führer zurückhielt und mit 
dem Munde zu kirren suchte (poppyzonta), wollte ihm der Schaum an den 
Nüstern trotz aller aufgewendeten Mühe nicht gelingen; da warf im Zorn der 
Künstler einen Schwamm mit allerlei Farben getränkt auf die verzweifelte Stelle 
und der Zufall ergänzte, was die Kunst nicht vermocht hatte.  Ein drittes 
Werk, eine Venus, erwähnt Plinius nur mit einem Worte: 35, 142. 
Den Wertli des Künstlers können wir nur danach bemessen, dass Plinius 
ihn in der immer noch sehr ehrenwerthen zweiten Klasse der primis proximi 
anführt, über welche sich wohl von seinen Zeitgenossen kein einziger erhoben 
hat, indem die höchste Blüthe überhaupt bereits vorüber war. Doch muss sein 
Ruhm zu allgemeinerer Geltung gekommen sein, da in der öfter erwähnten 
Stelle des Fronto (epist. p. 170 Rom.) unter den berühmtesten Namen auch der 
des Nealkes erscheint, als eines Künstlers, dessen Eigenthümlichkeit es ent- 
gegen sei, magnifica, prächtige Darstellungen zu liefern. Auf jeden Fall dürfen 
wir ihn für den hauptsächlichsten Vertreter dieser Nachblüthe der sikyonischen 
Schule halten, da er mit der Trefflichkeit seiner eigenen Leistungen noch das 
bedeutende Verdienst verknüpft, als Lehrer durch mehrere tüchtige Schüler den 
Fortbestand der Schule gesichert zu haben. Unter diesen finden wir: 
Anaxandra, 
seine eigene Tochter: Didymus bei Clem. Alex. Strom. lV, p. 523B Sylb. Sollte 
nicht vielleicht bei Plinius unter den in dritter Reihe angeführten Malern (35, 146) 
292 diese Malerin an die Stelle des unbekannten Anaxander gesetzt werden müssen? 
Erigonus, t 
ursprünglich Farbenreiber des Nealkes, machte bei diesem solche Fortschritte, 
dass er sogar noch einen berühmten Schüler zurückliess, nemlich: 
Pasias, 
den Bruder des Bildhauers Aeginetes; Plin. 4-5, 145. Dieser Künstler, der etwa 
bis gegen O]. 150 am Leben sein konnte, ist das jüngste uns bekannte Glied 
der sikyonischen Schule.  Als Schüler des Nealkes haben wir aber vielleicht 
noch einen dritten hinzuzufügen; nemlich: 
Xenon, 
einen der in dritter Reihe von Plinius angeführten Maler: 35,446. Denn da 
der als sein Lehrer genannte Neokles gänzlich unbekannt ist, so liegt der 
Verdacht einer Verwechselung mit Nealkes sehr nahe, um so mehr, da Xenon 
Sikyonier War. 
Nach Sikyon gehört wahrscheinlich auch: 
L e o n ti s k 0 s, 
nach Plinius (35, 14-1) ein Maler zweiten Ranges, als dessen Werke eine Harfen- 
spielerin und Aratos als Sieger mit der Trophäe angeführt werden. Das letztere 
glaubt Harduin auf den Sieg über Aristippos, Tyrannen von Argos, in der 
136sten Olympiade (Plut. Arat. 28) beziehen zu dürfen, was freilich nur die 
Geltung einer Vermuthung haben kann.  
Mnasitheos, 
als Sikyonier unter den Künstlern dritten Ranges von Plinius (35, 146) genannt, 
ist vielleicht ebenfalls ein Zeitgenosse des Aratos. Wenigstens wird bei Plu- 
tarch (Arat. 7) ein Mann dieses Namens erwähnt, welcher dem Arat bei der Be-
        

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