Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201504
Malerei 
Die 
Diadochenperiode. 
193 
deren Namen unter den Bildhauern wiederkehren. Da es nun nicht selten ist, 
dass ein Künstler in beiden Zweigen thätig war, wie wir dies z. B. von dem 
berühmtesten Vertreter der rhodischen Kunst, von Protogenes wissen, so dürfen 
Wir wohl jene Maler ohne Weiteres mit den Bildhauern identificiren, um so 
mehr, als sich eine Gleichheit der Auffassung in den Erzeugnissen beider Kunst- 
gattungen ohne Schwierigkeit nachweisen lässt.  
Drei dieser Maler führt Plinius unter denen an, welche im Bange sich an 287 
die ausgezeichnetsten anschliessen (primis proximi): 
Philiskos 
malte die Werkstätte eines Malers, worin ein Knabe Feuer anbläst: Plin. 35, 143; 
vgl. Th. I, S. 328. 
Simos 
malte einen ruhenden Jüngling, eine Walkerwerkstätte, einen, der die Quin- 
quatrus (ein fünftägiges Minervenfest) feierte; endlich eine vorzügliche Nemesis: 
Plin. 35, 143; vgl. Th. I, S. 327. 
Tauriskos 
malte einen Diskoswerfer, Klytaemnestra, einen Panisken, Eteokles, der die Herr- 
schaft wieder zu erlangen trachtet, und Kapaneus: Plin. 35, 144; vgl. Th. I, S. 330. 
Unter den einer flüchtigen Erwähnung würdigen Malern erscheint: 
Mnasitimos, 
Sohn und Schüler des Aristonidas; wonach auch der letztere für einen Maler 
zu halten sein wird. Sein Name stand auch wirklich früher in demselben Ver- 
zeichnisse bei Plinius, hat aber nach den besseren Handschriften dem eines un- 
bekannten Aristokydes weichen müssen: Plin. 35, 14-6; vgl. Th. I, S. 324-. 
Ophelion  
ist bekannt aus zwei spielenden, nemlich vor- und rückwärts lesbaren Epi- 
grammen des Nikodemos von Heraklea: Anall. Il, 382, n. 2-3. Das erste be- 
zieht sich auf ein Bild des bocksfüssigen Pan; das zweite auf eine Darstellung 
der Aärope, der Gemahlin des Atreus. Ueber die Auffassung des Gegenstandes 
lässt sich kaum eine Vermuthung aufstellen: der Dichter spricht von der Ge- 
stalt der Aärope in Thränen, den Ueberresten des unseligen Mahles und der 
Strafe oder Pein (rrotvzjv), welche rein durch den Ausdruck, aber auch z. B. durch 
eine furienartige Gestalt dargestellt sein konnte (vgl. z. B. die im Bull. dell' 
Inst. 1851, p. 25 u. 42 beschriebene Vase). Ueber Zeit und Familie des Künst- 
lers s. Th. I, S. 325.  
Maler 
Aegypten. 
288 
Von griechischen Künstlern in Aegypten haben wir in der vorigen Periode 
Antiphilos, Tinion und seine Tochter Helena kennen gelernt. An sie reihen 
wir jetzt an: 
Galaton.  
Er malte den Homer, wie er sich übergiebt, und die andern Dichter, wie sie zu 
sich nehmen, was er von sich gegeben: Aelian V. H. XIII, 22; Schol. Lucian. 
Contempl. c. 8. Nicht ohne Wahrscheinlichkeit vermuthet Meyer (Kunstgesch. II, 
S. 193), dass dieses Bild in die Zeit des Ptolernaeos Philopator gehöre. Aelian 
erwähnt nemlich zugleich mit dem Bilde den Tempel, welchen dieser dem Homer 
Brunn, Geschichte der griechischen Künstler. II. 2.A1111. 13
        

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