Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201318
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Maler. 
folgern Alexanders, wenn er nicht etwa gar der alten Zeit angehört. Polemon 
nemlich in der Schrift an Antigonos über die Maler beschreibt einiges Detail 
aus einem zu Athen befindlichen Gemälde dieses Künstlers, die Hochzeit des 
Peirithoos darstellend: die Oenochoe und das Kypellon seien aus Stein mit ver- 
goldeten Bändern, die Lager von Tannenholz, der Boden n1it bunten Teppichen 
geschmückt, als Trinkgeschirre habe der Künstler thönerne Kanthari gewählt, 
und eben so den Leuchter gebildet, welcher von der Decke herabhing und 
Flammen ausströmen liess: Athen. XI, 474 D. Die Schreibung des Namens ist 
nicht sicher und schwankt zwischen Yrmaüg und "Inncäg. Eben so ist der Name 
Hippys, der von Plinius (35, 141) unter den „primis proximi" als Maler eines 
Neptun und einerVictoria angeführt wird, erst durch Conjectur hergestellt worden. 
Alkimachos 
259 von Plinius (35, 189) unter den „primis proximi" als Maler des Dioxippos an- 
geführt, welcher zu Olympia "aconiti", nemlich ohne dass ihm jemand zum 
Kampfe gegenübergetreten war, den Sieg erhielt. Er war vielleicht Athener, 
wie der von ihm dargestellte Athlet, welcher besonders durch seinen Wettkampf 
mit dem Makedonier Korragos vor den Augen Alexanders berühmt geworden 
ist (vgl. z. B. Aelian V. H. X, 22; Diod. XVII, 100; Krause Olympia, unter 
Dioxippos). 
Als eine besondere Klasse verdienen die „Kleinmaler" hervorgehoben zu 
werden. Der bekannteste unter ihnen ist: 
 Peiraeikos. 
Plinius (35, 112) berichtet: „Hier müssen auch diejenigen angeführt werden, 
welche durch Gemälde geringeren Umfanges mit dem Pinsel berühmt geworden 
sind, zu denen Piraeicus (so nach den Spuren der besten Handschriften statt 
Pireicus) gehört. Er ist an Tüchtigkeit in der Kunst wenigen nachzusetzen, 
aber ich weiss nicht, ob er nicht absichtlich sich geschadet hat, da er auf 
Niedriges sein Bestreben gerichtet, dennoch aber in der Niedrigkeit den höchsten 
Buhm erlangt hat. Er malte Barbier- und Schusterbuden, Eselein, Esswerk und 
ähnliches, wodurch er den Beinamen Rhyparogrraphos erhalten hat; in diesen 
Dingen aber ist er von einer Vollendung, welche das grösste Vergnügen be- 
reitet; weshalb auch seine Bildchen theuerer bezahlt werden, als die grössten 
von vielen andern." Nur noch einmal wird seiner kleinen, aber darum nicht 
minder berühmten Bilder bei Properz [IV, 8 (III, 9) 12] gedacht, wo nach An- 
leitung einiger Handschriften zu lesen ist: 
 Pireicus parva vindicat arte locum. 
Er malte also Genrebilder in der Weise der Niederländer, zuweilen Wohl geradezu 
Stillleben, von geringem Umfange, aber um so sorgfältigerer Ausführung. Was 
nun den Beinamen des Künstlers anlangt, so hat Welcker (zu Philostr. p. 396 etc., 
und zu Müller's Archäol. ä 163, 5) allerdings nachgewiesen, dass die eigen- 
thümliche Bezeichnung für diese Kunstgattung nicht Rhyparographie, Schmutz- 
malerei, sondern nur Rhopographie, Malerei von kleinem Kram, sein kann. Den- 
noch wage ich nicht, bei Plinius gegen die bestirnmteste Auctorität der besten 
Handschriften die Lesart Rhyparographos aufzugeben, und glaube vielmehr, dass 
dieselbe als ein wirklicher Spottname sich vertheidigen und erklären lässt. Denn 
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