Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1201297
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Maler. 
Die 
licher als viele andere sein würde. Endlich widersprechen auch die Werke der 
Annahme der Identität nicht: selbst die Darstellung der Leontion ist nicht ein 
gewöhnliches Portrait, sondern auf eine gewisse geistige Wirkung berechnet. 
Der troische Krieg bot dramatische Scenen in Uebertluss; in der Geschichte der 
Kassandra aber findet sich nicht ein, sondern eine ganze Reihe von Momenten, 
die für die Kunstrichtung des Theon nicht besser erfunden werden könnten. 
Einer derselben, der Mord des Agamemnon und der Kassandra durch die Hand 
der Klytaemnestra, giebt uns das vollkommene Seitenstück zu dem Muttermorde 
des Orestes. Und gerade eine Darstellung dieser Scene wird uns durch die 
Beschreibung des altern Philostratl) genauer bekannt. Die, Hauptgruppe bildet 
Kassandra, die unglückliche Seherin, wie sie, den schon gefallenen Agamemnon 
256 mit ihrem eigenen Körper deckend, nach dem Beile umblickt, Welches Klytaem- 
nestra wuthentbrannt bereits über ihrem Haupte schwingt. Todte und Ver- 
wundete liegen umher; überall an ihnen und an der ganzen reichen Umgebung 
erkennt man die Spuren der vorhergegangenen Schmauserei. Um aber das 
Grausen des Anblickes noch mehr zu erhöhen, geht das Ganze bei Fackellicht 
vor. Gewiss, ein besserer Commentar zu dem Urtheil des Quintilian über Theon 
liesse sich nicht finden, und wenn selbst die Beschreibung des Philostrat zu dem 
von Plinius erwähnten Bilde keine directe Beziehung haben sollte, so würde sie 
doch als eine passende Vergleichung ihren Werth behalten. Die Vermuthung 
der Identität des Theoros und Theon aber wird, wenn wir alle diese Umstände 
im Zusammenhange erwägen, nicht mit Unrecht auf einen hohen Grad von 
Wahrscheinlichkeit Anspruch machen dürfen. 
Die 
übrigen 
Maler 
diesel- 
Periode. 
Asklepiodoros. 
Bei Gelegenheit des Apelles ist bereits bemerkt worden, dass derselbe dem 
Asklepiodor in der Symmetrie den Vorrang zuerkannte: Plin. 35, 80 und 107. 
Da Plinius ihn unter den Quellen des 35sten Buches anführt, so liegt die Ver- 
muthung nahe, dass er über diesen von ihm mit solchem Glücke geübten Theil 
seiner Kunst auch geschrieben habe. Vielleicht war er auch Bildhauer, indem 
wenigstens Plinius (34, 86) einen Philosophenbildner gleiches Namens anführt. 
Für seinen Ruhm zeugt die Zusammenstellung mit Apollodor, Euphranor, Ni- 
kias, Panaenos als den Meistern, welche Athen durch Werke der Malerei ver- 
herrlicht, bei Plutarch (de glor. Ath. p. 341GB); Woraus wir zugleich erfahren, 
dass er, wie jene, Athener durch Geburt oder Erziehung sein musste. Nur eines 
seiner Werke kennen wir dem Namen nach: die zwölf Götter, welche ihm Mnaso, 
Tyrann von Elatea mit dreissig Minen für jede Figur bezahlte: Plin. 35, 107. 
Ueber Mnaso vgl. oben unter Aristides. Mit ihm verknüpft sich noch die Er- 
wähnung eines andern Malers: 
lTheomnestos. 
Er erhielt von Mnaso für einzelne Heroengestalten je zwanzig; Minen: PlinÄ35, 107 
Vielleicht ist er mit dem Bildhauer aus Sardes identisch; vgl. Th. l, S. 364-.
        

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